Die Mechatronik-Sparte blickt auf ein gutes Geschäftsjahr, das im Rahmen der Erwartungen verlief. Das langfristige und von militärischen Aufträgen dominierte Geschäft ist weniger zyklisch und hat lange Vorlaufzeiten für Entwicklungen, die dann über mehrere Jahre zu Umsatz und Ergebnis beitragen.
| Mechatronik auf einen Blick (in Mio EUR) |
2007 |
2006 |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Umsatz |
134,6 |
127,0 |
6,0 |
| EBIT |
10,9 |
10,8 |
0,9 |
| Auftragseingang |
124,9 |
123,4 |
1,2 |
| Auftragsbestand |
289,0 |
303,3 |
-4,7 |
| Mitarbeiter |
829 |
828 |
0,1 |
Der Umsatz der Mechatronik-Sparte lag 2007 bei 134,6 Mio Euro, was gegenüber 2006 einer Steigerung von 6,0 Prozent entspricht (i.Vj. 127,0 Mio Euro). Das Betriebsergebnis folgte dem und lag mit 10,9 Mio Euro ebenfalls leicht über dem hohen Vorjahresergebnis (i.Vj. 10,8 Mio Euro). Mit den 10,8 Mio Euro 2006 hatte die Sparte aus einem besseren Umsatzmix heraus einen Ergebnissprung von fast 30 Prozent erreicht.
Beim Auftragseingang konnte die Mechatronik-Sparte von einem Großauftrag über Radome im Dezember profitieren und gegenüber dem Vorjahr eine leichte Steigerung erzielen. Der Auftragseingang belief sich auf 124,9 Mio Euro und lag leicht höher als 2006 (i.Vj. 123,4 Mio Euro). Die Book-to-Bill-Rate betrug 0,93 (i.Vj. 0,97). Der Großauftrag für Radome mit einem Volumen von rund 27 Mio Euro kam Ende Dezember von BAE Systems, Großbritannien. Der neue Auftrag läuft im Rahmen der Eurofighter-Produktion und verlängert die Auslastung der Fertigungslinie bis in das Jahr 2016. Jenoptik ist bevorzugter Lieferant für Radome militärischer Flugzeuge internationaler Konsortien und Hersteller und dabei eines von drei Unternehmen in Europa, die diese anspruchsvollen Schlüsselkomponenten für militärische Flugzeuge in Serie herstellen können.
Einen Auftrag über 13 Mio Euro vergab das Schweizer Technologie- und Rüstungsunternehmen RUAG für die Werterhaltung des Standard-Kampfpanzers Pz 87 Leopard der Schweizer Armee. Seinerzeit mit einer hydraulischen Waffennachführanlage ausgestattet, wird der Kampfpanzer mit digitaler elektromechanischer Waffenstabilisierung nachgerüstet, die den neuesten Anforderungen entspricht. Die ESW GmbH stattet von 2007 an bis zum Jahr 2011 insgesamt 148 Fahrzeuge aus. Der Auftrag umfasst ebenfalls Geräte für Ausbildung sowie für Logistik und Ersatzteile.
Der Auftragsbestand verringerte sich trotz des langfristigen Großauftrages leicht, da langfristige und großvolumige Aufträge der Vorjahre nun abgearbeitet wurden. Er lag mit 289,0 Mio Euro rund 4,7 Prozent niedriger als Ende 2006 (31.12.2006: 303,3 Mio Euro).
Die F+E-Aufwendungen der Mechatronik-Sparte sind mit 4,4 Mio Euro (i.Vj. 5,8 Mio Euro) gegenüber den anderen beiden Sparten vergleichsweise gering, da ein wesentlicher Teil der Entwicklungsleistungen von Kunden bezahlt wird und daher nicht in den F+E-Aufwendungen, sondern in den Umsatzkosten ausgewiesen wird.
Die Entwicklungen der Komponenten und Subsysteme für den Schützenpanzer Puma werden in den kommenden Jahren zu einem Umsatzvolumen von rund 70 Mio Euro führen. Sie bestimmten die Entwicklungsarbeiten der vergangenen Jahre. Da der Bundestag im November 2007 für den modernen Schützenpanzer der Bundeswehr grünes Licht gab, wird im laufenden Geschäftsjahr mit der Beauftragung für die Serienfertigung gerechnet. In enger Kooperation mit den Projekt-Partnern Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG, Rheinmetall Landsysteme GmbH, MTU Friedrichshafen sowie der mit dem Gesamtprojekt beauftragten PSM GmbH, Kassel, wurden Systeme und Komponenten von der Energieversorgung bis zur Stabilisierung entwickelt. Im Detail waren dies die Turm-Waffenstabilisierung, die Bordnetzversorgung mit Starter/Generator, Stromrichter mit Power Management, das Antriebssystem für die Klimaanlage sowie Lüftermotoren und Grobstaubgebläse.
Die Lieferungen für den A380 gewannen 2007 an Fahrt, nachdem sich der geplante Start verzögert hatte. Die Produktionsanlagen für den Trolley-Lift und verschiedene weitere Komponenten sind ausgelastet, die angepassten Auslieferungen laufen planmäßig. Mit der vorhandenen Produktpalette beteiligt sich die ESW am Ausschreibungsprozess für das A350-Programm.
Die jüngste Ergänzung des Produktportfolios Elektrische Bordsysteme zeigte die ESW GmbH auf der internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung Paris Air Show in Le Bourget: Die Kombination aus Diesel-Verbrennungsmaschine und Schwungradgenerator ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit der Göbler-Hirth Motoren KG. Durch optimale Integration des Generators und Wandlers in die Verbrennungsmaschine ist der Raumgewinn und Gewichtsvorteil gegenüber herkömmlichen Systemen immens und bedeutet einen Gewinn an Zuladung. Das System ist für den Einsatz in unbemannten Fluggeräten - Unmanned Aerial Vehicles(UAVs) vorgesehen. Zusammen mit ihrem Partner Göbler-Hirth Motoren KG ist die ESW GmbH nun in der Lage, die gesamte elektrische Stromversorgung für UAVs bereitzustellen.
Auf der Paris Air Show wurde zugleich der Vertrag für die Wartung der japanischen AWACS-Rotodome abgeschlossen. 2006 hatte die ESW GmbH von Boeing Corp. die offizielle Qualifizierung für den Service der AWACS-Rotodome weltweit erhalten. Nachdem ESW bereits seit mehreren Jahren die Wartung und Instandsetzung von AWACS-Rotodomen der der NATO unterstellten Aufklärungsflugzeuge unter Vertrag hat, wurde mit der Qualifizierung die Voraussetzung dafür geschaffen, dieses Dienstleistungsangebot auf eine große Anzahl von AWACS-Flugzeugen wichtiger Partnerländer auszuweiten.
Dass die ESW kleine und leistungsstarke Hilfsstromaggregate (APUs - Auxiliary Power Units) bauen kann, hat sie an zahlreichen Installationen bei Militärfahrzeugen bewiesen. Erstmals übertragen wurde das Konzept 2007 auf einen Bus, der auf Venezuelas Straßen rollen wird. Das Fahrzeug mit elektrischem Antrieb, versorgt aus einer fest installierten Oberleitung, wird mit Jenoptik-Technologie ausgestattet, die eingreift, wenn die Stromzufuhr unterbrochen wird. Der Bus benötigt eine relativ hohe Leistung, weil das zukünftige Verkehrsgebiet kräftige Steigungen aufweist.
Bei der Neigetechnik ergab sich bereits seit 2006 eine deutliche Belebung des Geschäftes, vor allem in Asien. Der TTX genannte Neigetechnik-Zug in Korea, der im vergangenen Jahr fertig gestellt wurde, hat im März 2007 seine Erprobungen aufgenommen und könnte bereits ab dem Jahr 2010 - und damit früher als geplant - seinen regulären Betrieb aufnehmen. Die Neigetechnik der ESW für Bahnsysteme, die auf elektromechanischer und nicht auf hydraulischer Basis arbeit, ist seit Jahren erfolgreich auf europäischen Schienen im Einsatz. Hier liefen bereits 2006 die ersten Wartungszyklen an.
Die Mitarbeiterzahl der Mechatronik-Sparte blieb mit 829 konstant (31.12.2006: 828 Mitarbeiter). Mit 17 Mitarbeitern arbeiten nur 2,1 Prozent im Ausland.
Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrugen 2007 für die Sparte 4,0 Mio Euro (i.Vj. 2,6 Mio Euro). Ihnen standen Abschreibungen in Höhe von 3,3 Mio Euro gegenüber (i.Vj. 3,5 Mio Euro). Vor allem investierte die Sparte in Maschinen und Anlagen für die in 2007 hochgefahrene Produktion der A380-Komponenten und Subsysteme. Akquisitionen fanden im Geschäftsjahr 2007 nicht statt.