Die Segmentberichterstattung für das Jahr 2007 erfolgt entlang der alten Sparten Laser & Optik, Sensorik und Mechatronik, denen die Tochtergesellschaften der JENOPTIK AG zugeordnet waren. Die neue Organisationsstruktur in fünf Sparten, die sich in drei Segmente gliedern, wird ab dem Jahr 2008 und damit erstmals im Quartalsbericht über das 1. Quartal 2008 Grundlage der Berichterstattung sein. Im Prognosebericht werden die Angaben nach der neuen Struktur gemacht. Die Angaben nach alten Sparten für das Jahr 2007 sind mit den Prognoseangaben nach neuen Segmenten für das Jahr 2008 - trotz teilweise ähnlicher Begrifflichkeiten - nicht vergleichbar, da eine andere Zusammensetzung des operativen Geschäftes zu Grunde liegt.
Die Angaben zum Sparten-Betriebsergebnis sind in den folgenden Ausführungen ohne Sondereffekte dargestellt, sodass diese mit dem Vorjahr vergleichbar sind. (Siehe auch die ausführlichen Erläuterungen zu den Sondereffekten sowie detaillierte Angaben im Anhang.)
Die Sparte Laser & Optik blickt erneut auf ein überwiegend sehr gutes Geschäftsjahr. Der Umsatz der Sparte stieg um 20,0 Mio Euro erneut deutlich und erreichte 2007 mit 219,2 Mio Euro ein Plus von 10,0 Prozent (i.Vj. 199,2 Mio Euro). Damit konnten die ursprünglichen Erwartungen für die Sparte vom Jahresanfang 2007 - eine Konsolidierung auf hohem Niveau - erneut übertroffen werden. Unterstützend wirkte ein weiterhin sehr positives Marktumfeld für lasertechnische und optische Produkte.
| Laser & Optik auf einen Blick (in Mio EUR) |
2007 |
2006 |
Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Umsatz |
219,2 |
199,2 |
10,0 |
| EBIT |
23,3 |
15,3 |
52,3 |
| Auftragseingang |
230,8 |
208,5 |
10,7 |
| Auftragsbestand |
78,9 |
66,1 |
19,4 |
| Mitarbeiter |
1.371 |
1.254 |
9,3 |
Der Auslandsumsatz der Sparte betrug 67,8 Prozent und lag damit auf Vorjahresniveau (i.Vj. 67,6 Prozent). Das Wachstum der Sparte erfolgte aus interner Kraft. Umsatzwachstum kam sowohl aus bewährten Produkten, wie beispielsweise den Hochleistungsoptiken für Halbleiterausrüstungen, den Hochleistungsdiodenlasern oder den Polymeroptiken, als auch aus jungen Geschäftseinheiten, wie beispielsweise den optoelektronischen Systemen.
Das Betriebsergebnis stieg mit 52,3 Prozent deutlich stärker als der Umsatz. Es erreichte 23,3 Mio Euro (i.Vj. 15,3 Mio Euro). Der starke Ergebniseffekt resultierte sowohl aus der Umsatzausweitung als auch aus Effizienzsteigerungen. Überproportionales Ergebniswachstum kam vor allem aus den bei der Umsatzentwicklung positiv erwähnten Aktivitäten.
Das gute Marktumfeld zeigte sich in der Auftragslage, die vor allem im 1. und 2. Quartal 2007 den Schwung aus dem Vorjahr beibehielt und dann auch zum Jahresende wieder kräftiger anzog. Der Auftragseingang der Sparte stieg 2007 auf 230,8 Mio Euro und konnte damit das bereits hohe Vorjahresniveau deutlich um 10,7 Prozent übertreffen (i.Vj. 208,5 Mio Euro). Die Book-to-Bill-Rate lag bei 1,06 (i.Vj. 1,04). Zugpferde der Entwicklung blieben die Bereiche Optik, Mikrooptik und Polymeroptik sowie die Lasertechnik. Der Auftragsbestand belief sich per 31.12.2007 auf 78,9 Mio Euro, 19,4 Prozent höher als 2006 (31.12.2006: 66,1 Mio Euro). Rund 90 Prozent des Auftragsbestandes werden 2008 zu Umsatz führen.
Die F+E-Aufwendungen der Sparte betrugen mit 21,0 Mio Euro 53,8 Prozent vom Gesamtkonzern (i.Vj. 17,6 Mio Euro). Einzelne F+E-Aktivitäten wurden - wie im Lagebericht beschrieben - vor allem in dieser Sparte zurückgefahren bzw. verkauft und führten somit zu Wertberichtigungen, die im Wesentlichen zum Anstieg der F+E-Aufwendungen beitrugen.
Nicht in den F+E-Aufwendungen der Sparte enthalten ist die JT Optical Engine GmbH + Co. KG, die at-Equity ins Beteiligungsergebnis einfließt. Für dieses wesentliche F+E-Vorhaben wurde 2007 der Grundstein gelegt: Gemeinsam mit Trumpf führte Jenoptik die Aktivitäten auf dem Gebiet innovativer Komponenten und Subsysteme für Faserlasersysteme zusammen. JT Optical Engine mit Sitz in Jena und mehr als 20 Mitarbeitern entwickelt Module, so genannte Optical Engines, für Faserlaser und wird diese auch produzieren. Die Optical Engine ist neben Pumpdioden, Steuerung und Strahlmanagement eine wichtige Komponente für Faserlaser-Endgeräte. Ende 2007 war das Funktionsmuster eines Faserlasers vollendet. Dabei konzentriert sich die JT Optical Engine GmbH zunächst auf den Low-Power-Bereich unter einem Kilowatt, anwendbar vor allem in der Materialbearbeitung und in der Medizintechnik.
Neu am Markt eingeführt wurden 2007 zahlreiche Produkte und Technologien. Einen Überblick zeigte Jenoptik auf den wichtigen Leitmessen: auf der Laser 2007, die alle zwei Jahre in München stattfindet, sowie auf der Photonics West in den USA, jährlich im Januar wichtigste Plattform weltweit für neueste Branchentrends.
Jenoptik präsentierte neueste Entwicklungen vor allem aus der Lasertechnik und der Polymeroptik/Optoelektronik. Erstmals wurde im Januar 2007 der Scheibenlaser JenLas® epidot mit einer Wellenlänge von 532 Nanometern (grünes Laserlicht) vorgestellt. Mit einer Ausgangsleistung von bis zu 4,0 Watt sind kleinere Strukturen beim Abtragen und Beschriften neuer Materialien möglich und erweitertn damit mögliche Anwendungen. Vorgestellt wurden auch ein neuartiges polymerbasiertes Kameramodul, geeignet unter anderem für den Einsatz in der Medizintechnik und der industriellen Sensorik, sowie Silikonlinsen zur Anwendung in LED-Beleuchtungsapplikationen.
Weiter optimiert wurde die Qualität des Halbleitermaterials, Grundlage von Hochleistungsdiodenlasern. Die Umstellung auf die eigenen Hoch-Effizienz-Diodenlaserbarren aus der Fertigung der JENOPTIK Diode Lab GmbH in Berlin wurde Ende 2007 abgeschlossen. Eine hohe Barrenqualität führt in Verbindung mit neuen Montagetechnologien zu höheren Ausgangsleistungen. Jenoptik verfügt über die gesamte Prozesskette für Hochleistungsdiodenlaser im eigenen Haus - vom unmontierten Diodenlaserbarren bis hin zu konfektionierten Diodenlasern mit Strahlformung, vertikalen und horizontalen Diodenlaserstacks sowie fasergekoppelten Diodenlasermodulen.
Der JenLas.®ASAMA Scheibenlaser wurde speziell für das Annealing (Kristallisieren und Ausheilen) von dünnen Schichten (LCD- und OLED-Flachbildschirme) und für die Aktivierung von Dotierungen (Hochleistungstransistoren, Halbleiterindustrie) in Halbleiterschichten entwickelt. siehe auch im Prognosebericht
Im Bereich Digital Imaging kamen 2007 drei wesentliche neue Produkte auf den Markt. Der neuen Mittelformatkamera Hy6 folgte im Herbst die hoch auflösende Thermografiekamera VarioCAM® HighRes mit einer Bildauflösung von bis zu 1,2 Megapixeln. Konzipiert wurde sie für anspruchsvolle Anwendungen in der wissenschaftlichen Forschung und Entwicklung, aber auch für das industrielle Umfeld. Die Kamera liefert hoch auflösende, echtzeitfähige Bilder bei einer erhöhten Messpräzision und bestem Bedienkomfort. Die neue Mikroskopkamera mit CMOS-Technologie liefert mit einer Auflösung von bis zu 3 Megapixeln bei sehr feinen Farbabstufungen hervorragende digitale Aufnahmen besonders bei lichtstarken Kontrastverfahren. Das umfassende Know-how im Bereich Digital Imaging zählt zu den strategischen Querschnittskompetenzen der Jenoptik. Es fließt in zahlreiche Jenoptik-Produkte ein, zum Beispiel in der Verkehrssicherheitstechnik, der Luft- und Raumfahrttechnik sowie der Sicherheitstechnik (Luftbild- und Satellitenkameras inklusive Datenverarbeitung und Auswertung), der Infrarottechnik (Thermografie-Inspektion) sowie in Anwendungen für die Wissenschaft (Mikroskopiekameras).
Die Sparte Laser & Optik hatte zum 31. Dezember 2007 insgesamt 1.371 Mitarbeiter und verzeichnete damit den stärksten organischen Mitarbeiteraufbau im Konzern (i.Vj. 1.254 Mitarbeiter). Neben Neueinstellungen infolge der Geschäftsausweitung kamen Ende des Jahres mit dem Erwerb der EPIGAP Optoelektronik GmbH 49 Mitarbeiter hinzu. 171 und damit 12,5 Prozent der Mitarbeiter der Sparte arbeiten im Ausland. Schwerpunkt sind die USA mit umfassenden Optikaktivitäten inklusive vollstufiger Produktion vor Ort, vor allem für die US-amerikanische Militär-, Raumfahrt- und Forschungsindustrie. Erstmals eigene Mitarbeiter sind in Israel präsent, wo im März 2007 ein neues Vertriebsbüro eröffnete. Das Büro bietet gleichzeitig weiteren Jenoptik-Bereichen Marktzugang. In Israel beliefert Jenoptik heute Kunden aus der Halbleiterausrüstungsindustrie, der optischen Inspektion sowie der Druckmaschinenindustrie. Mit der direkten Präsenz vor Ort sollen bestehende Kunden direkter betreut, aber vor allem Neukunden gewonnen werden. Von besonderem Interesse sind dabei die Bereiche Medizintechnik sowie die Sicherheits- und Wehrtechnik, in denen optische Komponenten und Subsysteme zum Einsatz kommen.
Im Management der Sparte gab es 2007 - auch im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung des Konzerns - zahlreiche Veränderungen. Mit der neuen Spartenstruktur verantworten Dr. Dirk Michael Rothweiler das gesamte Optik- und Dr. Thomas Fehn seit 1. Januar 2008 das gesamte Lasergeschäft des Konzerns. 2007 gab es auch in der zweiten Managementebene Veränderungen, so Wechsel im Management des Bereiches Polymeroptiken, im Bereich Optik, bei den Diodenlaseraktivitäten sowie beim Digital Imaging, die im Wesentlichen intern besetzt wurden. Die bisher separat operierenden Bereiche des Profit Centers Imaging Systeme der JENOPTIK Laser, Optik, Systeme GmbH und der Jenoptik-Tochtergesellschaft SINAR AG wurden zu einem Geschäftsbereich Digital Imaging zusammengefasst.
Die Investitionen der Sparte beliefen sich auf 21,1 Mio Euro (i.Vj. 22,5 Mio Euro) und blieben damit auf Vorjahresniveau. Wesentliche Positionen waren Ausrüstungsinvestitionen zur Komplettierung der Berliner Fertigung von Diodenlaserbarren sowie Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen in der gesamten Sparte. Eine neue Optik-Fertigungsstätte wurde im Dezember 2007 in den USA eröffnet. Mit nun 3.530 Quadratmetern verdoppelte sich die Fläche. Vor allem die Produktionskapazitäten und auch die Ausrüstung im Bereich der Montage sowie der Präzisionsfertigung und Qualitätskontrolle von Asphären wurden deutlich erweitert. Im neuen Gebäude sind nun die administrativen und kaufmännischen Bereiche zusammengeführt, die zuvor in zwei Gebäuden untergebracht waren. Hier flossen 0,3 Mio Euro in die Ausstattung, das Gebäude selbst wurde angemietet.
Neben der Akquisition der Berliner EPIGAP Optoelektronik GmbH Ende 2007 lag in der Sparte Laser & Optik 2007 der Schwerpunkt auf der Integration der in den Vorjahren erworbenen Unternehmen.
Mit dem Erwerb von 100 Prozent der Anteile an der Berliner Epigap mit Wirkung zum 31. Dezember 2007 erweiterte die Jenoptik ihre Aktivitäten im Bereich optoelektronischer Sensoren. Die Akquisition ermöglicht die Kombination von umfassender Optikkompetenz und Halbleiter-Know-how und vervollständigt die technologische Kette für optoelektronische Systeme. Epigap ist spezialisiert auf die Entwicklung und Fertigung von Photodioden (selektiv empfindlich für einen Spektralbereich von 150nm bis 2600nm), LED- (Light Emitting Diodes) Chips und -Bauelementen sowie optoelektronischen Modulen und Sensorik-Elementen. Synergien bestehen vor allem zu den in Triptis beheimateten optoelektronischen Systemen. Jenoptik hatte hier 2006 stark in die Aufbau- und Verbindungstechnik investiert, um die bestehende Prozesskette für Polymeroptiken um einen wesentlichen Technologieschritt zu erweitern. Während Epigap von der internationalen Präsenz der Jenoptik, vor allem in Nordamerika, sowie von strategischen Partnerschaften profitiert, erhält Jenoptik Zugang zu Produkt-, Technologie- und Fertigungs-Know-how. Die kundenspezifisch entwickelten und gefertigten LED- und PD-Chips werden nun gemeinsam zu optischen Systemen weiter verarbeitet und weltweit vermarktet.
Im Frühjahr 2007 hatte Jenoptik die restlichen 49 Prozent der Aktienanteile an dem Traditionsunternehmen SINAR AG mit 50 Mitarbeitern und Hauptsitz im schweizerischen Feuerthalen erworben. Ziel der Komplettübernahme war es, das Geschäft näher mit den in Jena beheimateten Digital-Imaging-Aktivitäten zusammenzuführen.
Die Integration der 2006 erworbenen unique-mode wurde 2007 abgeschlossen. Das Unternehmen ist nun mit dem Geschäftsbereich Diodenlaser verschmolzen und die Fertigungs-, Entwicklungs- und Vertriebsstrukturen sind räumlich zusammengeführt.