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Segmentberichterstattung.

Wichtiger Hinweis: Die vor einem Jahr zum 1. Quartal veröffentlichte Segmentberichterstattung ist mit der aktuellen Segmentberichterstattung nicht vergleichbar, da die neuen Segmente 
  • Laser & Optische Systeme
  • Messtechnik
  • Verteidigung und Zivile Systeme

auf einer anderen Zusammensetzung des operativen Geschäftes basieren. Die wesentlichen Vergleichszahlen des 1. Halbjahres 2007 für die Segmente sind im Text, in den untenstehenden Tabellen sowie hier angegeben.  

Segment Laser & Optische Systeme

Das Segment Laser & Optische Systeme hat sich im 1. Halbjahr 2008 in einem schwachen Marktumfeld gut behauptet. Umsatz und Ergebnis konnten das hohe Vorjahresniveau, dem mehrere Perioden mit zweistelligen Wachstumsraten vorausgegangen waren, halten. Geprägt war das 2. Quartal vor allem von einer sich weiter abschwächenden weltweiten Halbleiterindustrie.

Die Umsatzerlöse des Segments betrugen 107,6 Mio Euro nach 110,0 Mio Euro im 1. Halbjahr 2007 und zeigten damit einen leichten Rückgang um 2,2 Prozent infolge der Entkonsolidierung der LDT Laser Display Technology GmbH. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) des Segments lag bei 12,1 Mio Euro und damit auf dem hohen Niveau des Vorjahreszeitraums (i.Vj. 12,3 Mio Euro).

Auftragslage. Der Auftragseingang zeigte mit 112,5 Mio Euro einen leichten Rückgang gegenüber dem 1. Halbjahr 2007 (i.Vj. 116,7 Mio Euro), wobei dies im Wesentlichen auf eine schwächere Nachfrage nach Hochleistungsoptiken für die Halbleiterindustrie zurückzuführen ist. Der Auftragsbestand erhöhte sich infolge der Auftragseingänge, die das Umsatzvolumen mit einer Book-to-Bill-Rate von 1,05 leicht überstiegen, auf 82,5 Mio Euro (per 31.12.2007: 77,6 Mio Euro).

Die Mitarbeiterzahl des Segments reduzierte sich leicht auf 1.423 Beschäftigte gegenüber Ende 2007 (per 31.12.2007: 1.431 Mitarbeiter). Ursache hierfür war die Entkonsolidierung der LDT Laser Display Technology GmbH. Weitere Kapazitätsanpassungen erfolgten über die Reduzierung von Leiharbeit sowie den Abbau von Überstunden.

Im Geschäftsbereich Digital Imaging der Sparte Optische Systeme wurde die Zusammenarbeit mit der Leica Camera AG intensiviert. In einem Kooperationsvertrag vereinbarten beide Unternehmen im Juni 2008, im Bereich der Entwicklung, Integration, Herstellung sowie Lieferung von Baugruppen zur digitalen Bildverarbeitung bestehend aus Optoelektronik und Software, langfristig zusammenzuarbeiten. Jenoptik und Leica arbeiten bereits seit einigen Jahren im Bereich Digitaltechnik und Optoelektronik zusammen.

Im Juni dieses Jahres wurde zudem auf der Messe CONTROL 2008 erstmals die neue digitale ProgRes® Mikroskopkamera vorgestellt, die die Kamerafamilie um ein Modell mit 7 Megapixeln Auflösung und sehr schnellem Livebild erweitert. Mit der ProgRes® C7 bietet Jenoptik eine vielseitig einsetzbare Kamera für Bilddokumentation und Bildanalyse in den Bereichen Materialwissenschaften, Qualitätssicherung, Pathologie und Life Science.

In der Sparte Laser & Materialbearbeitung setzte Jenoptik im 1. Halbjahr 2008 die Konzentration auf das Kerngeschäft fort und trennte sich von der Mehrheit am Laserdisplay-Geschäft. Rheinmetall Defence übernahm 51 Prozent der Anteile an der LDT Laser Display Technology GmbH vom Jenoptik-Konzern, der dieses Geschäft damit mehrheitlich in die Hände des wichtigsten Kunden abgab. Die Transaktion wurde ergebnisseitig bereits weitgehend im Jahresabschluss 2007 berücksichtigt.

Der Geschäftsbereich Laseranlagen hat sich im 1. Halbjahr 2008 im Photovoltaik-Markt etabliert. Jenoptik liefert inzwischen auch gesamte Produktionslinien für Dünnschicht-Solarzellen, auch nach Asien. Unter den Auslieferungen im im 2. Quartal waren auch neue R&D-Anlagen für die Weiterentwicklung von Dünnschichtsolarzellen - sowohl auf Glassubstrat als auch künftig auf flexiblen Trägermaterialien. Jenoptik und die Solarkunden vertiefen damit die Zusammenarbeit, denn die Solarzellenhersteller erhalten damit die Möglichkeit, sowohl neue und spezifische Fertigungsprozesse zu testen, als auch bestehende Fertigungslinien ohne Produktionsunterbrechung weiterzuentwickeln und damit zu optimieren. Damit unterstützt die Jenoptik die Kunden bereits bei der Erarbeitung zukünftiger Herstellungs- und Bearbeitungstechnologien.

Ausgezeichnet als eine der bedeutendsten Entwicklungen der Halbleiterbranche wurde darüber hinaus die Laseranlage JENOPTIK-VOTAN™ G Semi für Thermisches Laserstrahl Separieren speziell von Wafern (TLS-Dicing). Jenoptik erhielt im Juli in San Francisco den "Best of West"-Award des globalen Halbleiter-Branchenverbandes SEMI. Führende Vertreter aus Wissenschaft und Industrie sowie ein Gremium aus Journalisten hatten zuvor die acht wichtigsten Produkt- und Prozessinnovationen in der Wertschöpfungskette der globalen Halbleiterindustrie aus über 200 neuen Produkten ausgewählt, die auf der Messe SEMICON West vorgestellt wurden. Kriterien waren neben anderen der erwartete Einfluss der Innovation auf die Branche sowie die Bedeutung der Innovationsleistung.

Mit dem 15-jährigen Jubiläum der Diodenlaseraktivitäten blickte der Konzern im April auf eine Erfolgsgeschichte. Jenoptik ist heute Qualitätsführer und einer der Top-Anbieter weltweit industrieller Hochleistungsdiodenlaser mit langer Lebensdauer und höchster Zuverlässigkeit und hat den Weg vom Anbieter für Produkte der Laserforschung hin zu erfolgreichen Serienprodukten für den industriellen Einsatz beschritten.


Segment Laser & Optische Systeme (in Mio EUR)

30.6.2008

30.06.2008

Veränderung

Umsatz

107,6

110,0

-2,2%

EBIT

12,1

12,3

-1,6%

Auftragseingang

112,5

116,7

-3,6%

Auftragsbestand

82,5

85,7

-3,7%

Mitarbeiter 

1.423

1.359

4,7%


Segment Messtechnik

Das Segment Messtechnik erzielte im 2. Quartal wieder positive Ergebnisbeiträge. In der Sparte Industrielle Messtechnik sind die Integration der Hommelwerke und Etamic an den wichtigen Standorten USA und Frankreich und auch weitere wesentliche Maßnahmen der Zusammenführung abgeschlossen. Die Sparte Verkehrssicherheit blickte besonders im 2. Quartal 2008 nach zwölf schwierigen Monaten im Gerätegeschäft nun wieder auf anziehende Auftragseingänge für Ausrüstungen der Verkehrsüberwachungen. Dies zeigte sich vor allem beim Auftragseingang des 2. Quartals 2008 (siehe Umschlagseite).

Auf Halbjahresbasis betrug der Umsatz des Segments Messtechnik 53,9 Mio Euro was einem leichten Rückgang um 4,1 Prozent entsprach (i.Vj. 56,2 Mio Euro). Ursache waren nach wie vor die fehlenden Umsatzbeiträge, die noch aus dem schwachen Auftragseingang der Sparte Verkehrssicherheit 2007 und im 1. Quartal 2008 resultierten. Der Umsatzzuwachs, den das Segment im 2. Quartal 2008 auswies, konnte dies noch nicht kompensieren.

Ähnlich sah die Entwicklung des Segment-EBIT aus, das auf Halbjahresbasis mit minus 1,0 Mio Euro noch leicht negativ war (i.Vj. 2,8 Mio Euro), jedoch im 2. Quartal 2008 bereits leicht ins Positive drehte. Das Vorjahr war noch im 1. Quartal von guten Umsätzen und damit auch Ergebnisbeiträgen der Sparte Verkehrssicherheit geprägt.

Auftragslage. Der Auftragseingang des Segments zog im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich an und stieg um 17,5 Prozent auf 65,8 Mio Euro (i.Vj. 56,0 Mio Euro). Dies entspricht einer Book-to-Bill-Rate von 1,22. Entsprechend kräftig hat sich der Auftragsbestand des Segments erhöht. Er lag Ende Juni 2008 bei 41,3 Mio Euro (per 31.12.2007: 30,0 Mio Euro). Sowohl die Sparte Industrielle Messtechnik als auch die Sparte Verkehrssicherheit steigerten den Auftragseingang, vor allem im abgelaufenen 2. Quartal 2008.

Die Mitarbeiterzahl des Segments hat sich zum 30. Juni 2008 um 38 Mitarbeiter auf nun 825 Mitarbeiter reduziert (per 31.12.2007: 863 Mitarbeiter). Dies ist das Ergebnis der Standortzusammenlegungen und Restrukturierung in Frankreich in der Sparte Industrielle Messtechnik, die im abgelaufenen 1. Halbjahr 2008 die Zusammenführung der Hommelwerke mit der Mitte 2006 erworbenen Etamic-Gruppe im Wesentlichen abgeschlossen hat. Auch in der Sparte Verkehrssicherheit reduzierte sich die Mitarbeiterzahl im Zusammenhang mit Anpassungen infolge des geringen Auftragseingangs in 2007.

Die Sparte Industrielle Messtechnik hat sich vor allem im 2. Quartal positiv entwickelt, trotz der anhaltenden Schwäche des US-Dollars. Umsatz und Ergebnis legten zu, das Ergebnis stieg dabei stärker als der Umsatz. Sie profitierte verstärkt von der nun globalen Aufstellung als Systemanbieter, der alle Messaufgaben aus einer Hand bedienen kann. Vorteile liegen sowohl in dem umfassenden Technologieportfolio, über das die Sparte verfügt, als auch in den Kostenstrukturen.

Die globale Präsenz sowie das Know-how rund um die verschiedenen Messtechnologien und Messaufgaben waren unter anderem ausschlaggebend für einen Großauftrag von der Continental AG. Der Auftrag umfasst die komplexe Messung von sieben verschiedenen Komponenten eines neuen Diesel-Einspritzsystems für LKW, das in den USA gefertigt wird. Jenoptik wird die gesamte Fertigungslinie und Teile der Messräume mit Messsystemen ausstatten und noch in diesem Jahr sowohl optische, pneumatische und taktile Messmaschinen und -anlagen installieren. Sämtliche Bereiche der Industriellen Messtechnik sind einbezogen. In den USA unterhält die Sparte Industrielle Messtechnik am Automobilstandort Detroit einen Produktions- und Vertriebsstandort mit knapp 100 Mitarbeitern.

Mit einem Gemeinschaftsunternehmen unter Jenoptik-Führung ist der Konzern seit Juni 2008 im Wachstumsmarkt Indien direkt präsent. Sämtliche Vertriebsaktivitäten der Sparte Industrielle Messtechnik wurden zusammengeführt und in die HOMMEL-ETAMIC Metrology India Pvt. Ltd. mit Sitz in Bangalore eingebracht. Gegründet wurde die Gesellschaft, an der Jenoptik die Mehrheit hält, mit dem renommierten indischen Unternehmen und langjährigen Vertriebspartner der im Jahre 2006 erworbenen Etamic-Gruppe, Francis Klein. Damit ist die Industrielle Messtechnik im Jenoptik-Konzern Vorreiter bei der Markterschließung Indiens. Weitere Jenoptik-Sparten werden folgen.

Die Sparte Verkehrssicherheit blickt vor allem auf ein besseres 2. Quartal, in dem die internationalen Aufträge für Verkehrssicherheits-Ausrüstungen wieder angezogen haben. Der Erfolg der Sparte wird aber auch weiterhin davon abhängen, wie nachhaltig diese Marktbelebung im Equipment-Geschäft ist und ob es gelingt, internationale Großaufträge für das Traffic Service Providing zu gewinnen. Dieses junge Geschäftsfeld baut der Jenoptik-Konzern aktuell  sehr stark in Nordamerika aus - eine weitere Ursache für die noch nicht erfolgte Rückkehr der Sparte in die Profitabilität. Nach dem Markteintritt in Nordamerika in 2007 wird das Geschäftsmodell auch auf weitere internationale Regionen ausgeweitet. Aktuell beteiligt sich Jenoptik an mehreren Ausschreibungen internationaler Großprojekte, besonders in Asien und in Osteuropa.



Segment Messtechnik (in Mio EUR)

30.6.2008

30.06.2007

Veränderung

Umsatz

53,9

56,2

-4,1%

EBIT

-1,0

2,8

-135,7%

Auftragseingang

65,8

56,0

17,5%

Auftragsbestand

41,3

29,2

41,4%

Mitarbeiter 

825

839

-1,7%


Segment Verteidigung & Zivile Systeme

Das Segment wies im 1. Halbjahr 2008 bei Umsatz- und Ergebnis die größten Zuwachsraten auf. Das Plus zog sich durch alle Geschäftsbereiche des Segments. Zulegen konnte sowohl der Geschäftsbereich Optronik, dessen Geschäft sich nach einem schwachen Vorjahreszeitraum wieder deutlich belebte. Aber auch die Geschäftsbereiche Mechatronik und Sensorik haben ihre Aktivitäten deutlich ausgeweitet und auch wichtige internationale Aufträge gewinnen können.

Der Umsatz des Segments stieg um 18,1 Prozent auf 100,7 Mio Euro (i.Vj. 85,3 Mio Euro). Deutlich überproportional zum Umsatzanstieg verlief die Entwicklung des EBIT, sodass das Segment das 1. Halbjahr mit einem Ergebnissprung auf 5,4 Mio Euro abschließen konnte (i.Vj. 2,0 Mio Euro). Zum starken Umsatz- und Ergebnisanstieg haben alle drei Geschäftsbereiche beigetragen.

Auftragslage. Der Auftragseingang des Segments ist um 11,0 Prozent auf 87,0 Mio Euro (i.Vj. 78,4 Mio Euro) angestiegen. Der Auftragseingang kann von Periode zu Periode aber stark schwanken, da hier zum Teil langfristige Großaufträge vergeben werden, die einen Vergleich auf Quartals- oder Halbjahresbasis erschweren. Der Auftragsbestand des Segments lag mit 318,2 Mio Euro infolge des hohen Umsatzeszuwachses unterhalb des Niveaus von Ende 2007 (per 31.12.2007: 332,5 Mio Euro) und machte knapp drei Viertel des gesamten Auftragsbestandes des Konzerns aus.

Infolge der deutlichen Geschäftsausweitung hat sich auch die Beschäftigtenzahl des Segments leicht erhöht und damit unterproportional zum Umsatzplus. Per 30. Juni 2008 waren im Segment Verteidigung & Zivile Systeme 1.086 Mitarbeiter beschäftigt (per 31.12.2007: 1.079 Mitarbeiter).

Erstmals gemeinsam präsentierte sich die Sparte Verteidigung & Zivile Systeme im Juni auf der Messe Eurosatory 2008. Unter den Neuigkeiten, die ausgestellt wurden, waren das erweiterte Wärmebildbeobachtungssystem für den Infanteristen der Zukunft, verschiedene Laser- und Infrarot-Sensoren sowie Komponenten für militärische Fahrzeuge.

Dem Geschäftsbereich Mechatronik gelang es im Juli, einen Serienauftrag für Generatoren zu gewinnen. Darüber hinaus erhielt der Geschäftsbereich im 1. Halbjahr 2008 mehrere wichtige Aufträge, unter anderem aus der Schweiz zur Lieferung von wassergekühlten Generatoren für zwei neue gepanzerte Fahrzeugtypen.

Für den Geschäftsbereich Optronik ist 2008 ein Jahr mit zahlreichen Starts verschiedener Missionen, auf denen Systeme aus Jena zum Einsatz kommen. Für die Rendezvous- und Docking-Sensoren war Anfang April Premiere im Weltall. Sie ermöglichten das erfolgreiche Andocken des ersten ATV (Automated Transfer Vehicle) "Jules Verne" der Europäischen Raumfahrtagentur ESA an die Internationale Raumstation ISS. Sowohl für die Transportfahrzeuge der europäischen Raumfahrtagentur als auch für die japanischen Missionen ist Jenoptik der Basislieferant der Rendezvous-Sensoren. Zudem gewann das europäische Großprojekt Galileo wieder an Fahrt. Auf dem 2. Testsatelliten, der nun technische Details verifizieren soll, ist Jenoptik mit drei Sonnensensoren zur Lageregelung vertreten. Das privatwirtschaftliche Großprojekt RapidEye, das Jenoptik mit Weltraumkameras ausstattete, startet im August dieses Jahres. Für den Konzern ist es ein wichtiges Referenzprojekt für den damit erfolgreich vollzogenen Einstieg in die Satellitenkameratechnik. Gezeigt wurde der Spaceborne Scanner neben anderen Systemen auf der Internationalen Luftausstellung ILA im Juni dieses Jahres in Berlin.

Der Geschäftsbereich Sensorik erweiterte im Bereich Thermografie und IR-Kameras mit InfraTec die strategische Vertriebspartnerschaft. Bestandteil der Vereinbarung ist ein umfassender Liefervertrag über Thermografiekameras im oberen einstelligen Millionen-Euro-Bereich.



Segment Verteidigung & Zivile Systeme (in Mio EUR)

30.6.2008

30.06.2007

Veränderung

Umsatz

100,7

85,3

18,1%

EBIT

5,4

2,0

170,0%

Auftragseingang

87,0

78,4

11,0%

Auftragsbestand

318,2

321,5

-1,0%

Mitarbeiter

1.086

1.080

0,6%