In diesem Segment sind die Sparten Laser & Materialbearbeitung sowie Optische Systeme zusammengefasst. Beide Sparten spüren 2009 die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise, sodass Umsatz, Ergebnis und Auftragseingang zum Teil deutlich unter dem Vorjahresniveau lagen. Geprägt war das Ergebnis des Segmentes zudem von den Sondereinflüssen aus der Aufgabe des Geschäftes mit Mittelformatkameras. Analog zu den Angaben beim Gesamtkonzern wird daher die Ergebnisentwicklung vor Sondereinflüssen separat dargestellt.
Der Umsatz betrug 110,4 Mio Euro (i.Vj. 153,3 Mio Euro). Der 28-prozentige Rückgang resultierte aus beiden Sparten. Die Sparte Optische Systeme ist weiterhin von der anhaltenden Halbleiterkrise beeinflusst, bei der sich jedoch seit dem 2. Quartal eine Bodenbildung und im 3. Quartal eine leichte Belebung bei der Auftragslage abzeichnet. Dies wird sich jedoch erst in den Umsätzen der kommenden Quartale widerspiegeln. In der Sparte Laser & Materialbearbeitung zeigte sich die geringe Nachfrage aus dem Automobil- und Industriegeschäft. Die Entwicklung in den Bereichen Photovoltaik und Medizintechnik verlief hingegen weitgehend positiv.
Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Sondereinflüssen betrug entsprechend des geringeren Umsatzes minus 3,2 Mio Euro (i.Vj. 15,0 Mio Euro). Die Ergebnissituation des Segmentes blieb über die drei Quartale gesehen nahezu konstant. Die beim Ergebnis des Gesamtkonzerns beschriebenen Sondereinflüsse in Höhe von 8,4 Mio Euro infolge der Aufgabe des Geschäftes mit Mittelformatkameras wirkten vollständig im Segment Laser & Optische Systeme.
Die Auftragslage belebte sich im 3. Quartal leicht Mit 118,4 Mio Euro lagen die Auftragseingänge in den ersten neun Monaten jedoch weiterhin deutlich unter dem Vorjahreszeitraum (i.Vj. 153,7 Mio Euro). In der Sparte Laser & Materialbearbeitung kamen wichtige Aufträge aus der Photovoltaikindustrie, aus der Elektronik- und Mikroelektronikindustrie sowie aus dem Bereich der Medizin-Laser. In der Sparte Optische Systeme verzeichnete die Mikro-Optik im 3. Quartal einen anziehenden Auftragseingang aus der Halbleiterindustrie. Deutlich wurde dies im Auftragsbestand des Segmentes. Er betrug 67,5 Mio Euro per 30. September 2009 und lag damit um 6,1 Prozent über dem Auftragsbestand Ende 2008 (31.12.2008: 63,6 Mio Euro). Die Book-to-Bill-Rate, das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, lag bei 1,07.
Die Mitarbeiterzahl des Segmentes Laser & Optische Systeme reduzierte sich auf 1.307 per 30. September 2009 (31.12.2008: 1.412 Mitarbeiter). Der Rückgang betrug absolut 105 Mitarbeiter bzw. 7,4 Prozent und resultierte aus beiden Sparten. Vor allem im Ausland entfielen infolge der Aufgabe des Geschäftes mit Mittelformatkameras Stellen. Noch nicht enthalten sind die Effekte aus der Schließung des Optik-Standortes Gießen.
Die Sparte Laser & Materialbearbeitung stärkte ihre Aktivitäten in Asien. Zusammen mit der Telstar-Hommel Corp. gründete Jenoptik Anfang Juli 2009 das Gemeinschaftsunternehmen JENOPTIK Korea Corp., das vor allem die asiatische Elektronik-, Flat-Panel- und Photovoltaikindustrie adressiert. An der Gesellschaft mit Sitz in Pyeongtaek (Provinz Gyeonggi) hält die JENOPTIK AG mit 66,6 Prozent die Mehrheit der Anteile. Die Partner werden gemeinsam bis Anfang kommenden Jahres ein Laserapplikationszentrum vor Ort aufbauen und investieren ca. 4,4 Mio US-Dollar. Es soll Anfang 2010 eröffnen und richtet sich an den gesamten asiatischen Markt. Jenoptik wird dort verschiedene Anlagen für die Lasermaterialbearbeitung zur Bearbeitung sprödbrüchiger Materialien wie Display-Glas, Solarzellen, Keramik und Siliziumwafer sowie für das spezielle Laser-Trennverfahren dieser Materialien, das so genannte TLS-Dicing (TLS = Thermisches Laserstrahl Separieren), präsentieren. Die Kunden können auf den Anlagen Produktionsverfahren testen und diese für eigene Prozesse optimieren.
Die Sparte Optische Systeme hat sich im laufenden Geschäftsjahr weiter fokussiert. Dies umfasste das Geschäftsportfolio, die gesellschaftsrechtlichen Grundlagen der Sparte als auch die Standorte. Zudem wurden wichtige strategische Partnerschaften abgeschlossen.
Im US-amerikanischen Markt führte die Sparte zum 1. Juli dieses Jahres die beiden Tochtergesellschaften Coastal Optical Systems, Inc., Jupiter (Florida) und Liebmann Optical Co., Easthampton (MA) zur JENOPTIK Optical Systems Inc. zusammen. Die Gesellschaft mit Hauptsitz in Jupiter hat insgesamt rund 100 Mitarbeiter. Zu den Hauptkunden zählen die US-amerikanische Verteidigungs-, Medizintechnik- sowie die Show- und Entertainment-Industrie. Liebmann kam 1999 zum Jenoptik-Konzern, Coastal im Jahr 2002.
Seit März 2009 ist die Sparte Optische Systeme mit einem Gemeinschaftsunternehmen direkt im israelischen Markt präsent. Mit dem israelischen Unternehmen Dagesh wurde die JENOPTIK OptiSys Ltd. gegründet, die israelischen Kunden der Halbleiter- und Sicherheitsindustrie optomechanische Module anbieten wird. Dagesh und Jenoptik halten je 50 Prozent der Anteile. Die JENOPTIK OptiSys wird als Systemhaus die Konstruktion, Montage, Justage und Prüfung von kompletten Modulen anbieten. Investitionen in Reinstraum-Produktionsumgebungen sind geplant.
Im Bereich der LED-Beleuchtung haben die zur PSI-Gruppe gehörende Lumenova GmbH, Esslingen, und Jenoptik im September dieses Jahres eine strategische Partnerschaft geschlossen. Ziele sind ein schneller Eintritt in den stark wachsenden Markt der LED-Beleuchtung im öffentlichen Raum und in der gewerblichen Anwendung sowie die Erschließung neuer Anwendungsfelder, wie zum Beispiel die Tunnelbeleuchtung. Die langfristig angelegte Kooperation umfasst die technische Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung der LED-Leuchtentechnik auf der Basis der von Lumenova entwickelten "Lightengine", die Entwicklung neuer Reflektor-Optiken für unterschiedliche Anwendungen sowie die weitere Verbesserung der optischen Qualität.
Darüber hinaus wurde im September 2009 die neue Leica-Kamera M9 in den Markt eingeführt. Jenoptik entwickelte gemeinsam mit Leica die elektronischen Module zur Kamera-Steuerung und digitalen Bildverarbeitung. Leica und Jenoptik haben dabei auf die Erfahrungen aus ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit bei der M8-Kamera aufgebaut.

Das Segment Messtechnik setzt sich aus den Sparten Industrielle Messtechnik und Verkehrssicherheit zusammen. Die Auswirkungen der Krise der Automobilindustrie konnten von der stabilen Sparte Verkehrssicherheit teilweise, jedoch nicht vollständig kompensiert werden.
Der Umsatz des Segmentes Messtechnik reduzierte sich dementsprechend gegenüber dem Vorjahresniveau um 18,9 Prozent auf 70,6 Mio Euro (i.Vj. 87,0 Mio Euro). Die Sparte Industrielle Messtechnik verzeichnete in den vergangenen Monaten einen starken Umsatzrückgang, während sie zu Jahresbeginn noch vom Auftragsbestand aus der Zeit vor der Krise profitierte. Sowohl bei Umsatz als auch beim Auftrageingang zeichnete sich im 3. Quartal jedoch eine Bodenbildung auf niedrigem Niveau ab. Die Sparte Verkehrssicherheit konnte das Umsatzniveau des 2. Quartals im 3. Quartal halten.
Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) lag bei minus 4,7 Mio Euro (i.Vj. 2,0 Mio Euro). Die Situation in der Sparte Industrielle Messtechnik bleibt aufgrund des Umsatzrückgangs weiterhin schwierig. Maßnahmen zur Kostensenkung konnten diese Entwicklung im laufenden 2. Halbjahr zwar abfedern, jedoch nicht kompensieren. In der Sparte Verkehrssicherheit sind Umsatz- und Ergebnisentwicklungen der Quartale zunehmend von Großaufträgen geprägt. Zudem mindern weiterhin Aufwendungen aus dem Aufbau des jungen Geschäftsfeldes Traffic Service Providing das EBIT.
Bei der Auftragslage des Segmentes Messtechnik zeigte sich die Krise der Automobilindustrie, von der vor allem die Zulieferunternehmen betroffen sind. Die Auftragseingänge gingen um 43,6 Prozent auf 59,4 Mio Euro zurück (i.Vj. 105,3 Mio Euro). Wesentliche Änderungen des Auftragseingangs gab es im Quartalsvergleich nicht, sodass dies einer Bodenbildung auf niedrigem Niveau gleichkommt. In der Sparte Verkehrssicherheit ist der Auftragseingang zunehmend von Großprojekten geprägt. Die Book-to-Bill-Rate des Segmentes betrug in den ersten neun Geschäftsmonaten 0,84. Dementsprechend sank auch der Auftragsbestand des Segmentes: Er lag Ende September bei 24,2 Mio Euro (31.12.2008: 37,0 Mio Euro).
Die Mitarbeiterzahl des Segmentes Messtechnik betrug 779 per 30. September 2009 nach 820 Beschäftigten Ende 2008. Der Rückgang lag bei absolut 41 Mitarbeitern bzw. 5,0 Prozent und ist vor allem auf Mitarbeiterabbau im In- und Ausland zurückzuführen. Maßnahmen zur weiteren Reduzierung der Belegschaft im Ausland wurden im abgelaufenen 3. Quartal eingeleitet.
Die internationale Präsenz stärkte die Sparte Industrielle Messtechnik mit der Übernahme von Teilen des chinesischen Unternehmens Shanghai AES Auto Equipment Co. Ltd. im Februar dieses Jahres. Besonders die Montagekapazitäten für industrielle Messtechnik und das Beschaffungs-Know-how elektronischer und mechanischer Bauteile erweiterten sich mit der Übernahme. Die Unternehmensteile werden aktuell mit den bereits bestehenden Aktivitäten der Sparte in China zusammengeführt und stehen dem gesamten Konzern bei der Beschaffung zur Verfügung.

Das Segment Verteidigung & Zivile Systeme besteht aus der gleichnamigen Sparte und setzte im 3. Quartal 2009 die erfolgreiche Geschäftsentwicklung in einem weiter stabilen bis guten Marktumfeld fort.
Der Umsatz des Segmentes erreichte nach Abschluss des 3. Quartals mit 152,5 Mio Euro erwartungsgemäß das Vorjahresniveau (i.Vj. 152,1 Mio Euro). Zum Jahresanfang hatte das Segment infolge der Auslieferung eines Großauftrages noch ein starkes Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausgewiesen. Zur stabilen Entwicklung im Segment haben alle drei Geschäftsbereiche beigetragen.
Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) des Segmentes stieg mit einem Plus von 8,0 Prozent erneut überproportional zum Umsatz. Es verbesserte sich auf 9,4 Mio Euro (i.Vj. 8,7 Mio Euro), wobei auch hier der wesentliche Beitrag aus dem Geschäftsbereich Sensorik infolge von Skaleneffekten im Rahmen eines Großauftrages im 1. Halbjahr kam.
Der Auftragseingang stieg um 11,2 Prozent auf 149,4 Mio Euro (i.Vj. 134,4 Mio Euro), wobei in dem von großen und langfristigen Aufträgen geprägten Geschäft unterjährige Schwankungen die Stichtagsbetrachtungen verzerren können. Unter anderem kamen Aufträge für die Stromversorgung von Ortungssystemen im militärischen Bereich, für Zugstrom-Versorgungssysteme, für Airbus-Komponenten sowie für Hilfsstromaggregate und Air Processing Units für Trolleybusse hinzu. Der Auftragsbestand des Segmentes reduzierte sich gegenüber Ende 2008 infolge eines im Vergleich zum Auftragseingang leicht höheren Umsatzvolumens (Book-to-Bill-Rate: 0,98) in der Berichtsperiode auf 288,0 Mio Euro (31.12.2008: 294,6 Mio Euro). Im Vergleich zum 30. Juni 2009 stieg der Auftragsbestand hingegen geringfügig.
Das Geschäft für den neuen Schützenpanzer Puma der Bundeswehr in Höhe von insgesamt rund 70 Mio Euro für Jenoptik ist mit der Anfang Juli 2009 erfolgten Unterzeichnung des Beschaffungsvertrages beim Koblenzer Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) für den Jenoptik-Konzern einen wichtigen Schritt vorangekommen. Der Auftragseingang wird erwartet. Mit dem Gesamtprojekt ist die PSM GmbH, Kassel, beauftragt, an der Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann jeweils 50 Prozent der Anteile halten. Die Jenoptik-Sparte Verteidigung & Zivile Systeme steuert in enger Kooperation mit ihren Projektpartnern Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG, Rheinmetall Landsysteme GmbH, MTU Friedrichshafen sowie der mit dem Gesamtprojekt beauftragten PSM GmbH Systeme und Komponenten, beispielsweise für die Energieversorgung und Stabilisierung, bei.
Die Mitarbeiterzahl des Segmentes Verteidigung & Zivile Systeme sank um 12 auf 1.088 Beschäftigte (31.12.2008: 1.100 Mitarbeiter), im Wesentlichen infolge der Umgliederung von Mitarbeitern in das Jenoptik Shared Service Center.
