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Chancen und Risiken.

Im Rahmen der Berichterstattung zum Risikobericht verweisen wir auf die Ende März 2009 veröffentlichten Angaben im Geschäftsbericht 2008 auf den Seiten 87 bis 96. Wesentliche Änderungen der dort beschriebenen Risiken sind im Verlauf der ersten neun Geschäftsmonate 2009 mit Ausnahme der folgenden Präzisierungen bis zum Redaktionsschluss dieses Berichtes nicht eingetreten.

Das konjunkturelle Umfeld hatte sich im Verlauf des 1. Quartals 2009 weiter verschlechtert. Im Verlauf des 2. und 3. Quartals 2009 ist unserer Einschätzung zufolge keine wesentliche Veränderung eingetreten. Eine nachhaltige konjunkturelle Belebung sehen wir, mit Ausnahme der leicht anziehenden Nachfrage aus der Halbleiterindustrie, aktuell nicht. Wir behalten daher unsere Einschätzungen vom Mai und vom August dieses Jahres bei, dass sich die im Geschäftsbericht 2008 auf den Seiten 89 und 90 beschriebenen Risiken hinsichtlich Finanzierung und Zyklizität wichtiger Einzelmärkte erhöht haben.

Hinsichtlich der Finanzierungsrisiken wird der Markt für Unternehmenskredite weiterhin als problematisch eingeschätzt. Im Gegensatz zum 1. Halbjahr 2009 ist der Jenoptik-Konzern infolge der Umstellung der Finanzierungsstruktur im September 2009 jedoch nun langfristig finanziert. Der Anteil langfristiger Finanzverbindlichkeiten liegt jetzt mit 161,7 Mio Euro bei 89 Prozent aller Finanzverbindlichkeiten, der Anteil der kurzfristigen sank dementsprechend deutlich. Für einen Teil des Finanzierungspaketes erhielt Jenoptik eine Bund-Länder-Bürgschaft über 44 Mio Euro. Per 30. September 2009 stand dem Konzern ein freier Liquiditätsrahmen durch Kreditlinien und noch nicht in Anspruch genommene Kredite in Höhe von insgesamt über 70 Mio Euro zur Verfügung. Bereits im Verlauf des 1. Halbjahres 2009 waren kurzfristige Kreditzusagen auf eine mittelfristige Laufzeit verlängert und dabei 23,0 Mio Euro als mittelfristige Kredite aufgenommen worden. Die Restschuld der Wandelanleihe in Höhe von 47,9 Mio Euro wurde am 23. Juli 2009 vollständig zurückgezahlt.

Bei den Branchen-Risiken setzte sich im 1. Quartal 2009 der Nachfragerückgang in der Automobilindustrie fort und stagnierte auf sehr niedrigem Niveau im abgelaufenen 2. und 3. Quartal. Diese bisherige Auftragsentwicklung führt seit Mai dieses Jahres zu starken Umsatz- und Ergebnisrückgängen in der Sparte Industrielle Messtechnik, die vor allem am Jahresanfang noch von dem aus dem Jahr 2008 vorhandenen Auftragsbestand profitierte. Die Nachfrage aus der Halbleiterindustrie hat sich auf dem sehr niedrigen Niveau des 4. Quartals 2008 weiter stabilisiert und im Verlauf des 3. Quartals 2009 etwas erholt.

Das Risiko, das sich aus dem Insolvenzverfahren der Franke & Heidecke GmbH, Braunschweig, als wichtigem Lieferanten für das Mittelformatkamerageschäft der Jenoptik ergab, ist mit der Jenoptik-Entscheidung, dieses Geschäft aufzugeben, weitestgehend eingetreten. Aus dem Rückzug, der auch unter Berücksichtigung der nachhaltig problematischen Entwicklung des Marktes erfolgte, entstanden einmalige Aufwendungen in Höhe von 8,4 Mio Euro, die vollständig im Ergebnis verarbeitet wurden. Bestehende Lieferverpflichtungen mit dem Kunden wurden im gegenseitigen Einvernehmen beendet.

Die Beantragung von Gläubigerschutz nach Chapter 11 des ehemaligen Jenoptik-Prozessgegners Asyst Technologies Inc. hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Jenoptik. Ein mehr als zehn Jahre andauernder Rechtsstreit war im vergangenen Jahr endgültig zu Gunsten von Jenoptik entschieden worden.

Ein im 2. Quartal eingerichteter Krisenstab analysiert das Risiko, dass sich aus einer weltweiten Ausweitung der Mexikogrippe und einem damit einhergehenden überdurchschnittlich hohen Krankenstand der Belegschaft über einen längeren Zeitraum ergibt. Die Einrichtung örtlicher Krisenstäbe an den Standorten des Jenoptik-Konzerns ist erfolgt.