Zusatzmenue:



Hauptmenue:

Tools:

Untermenue:

Seiteninhalt:

Seite: 

Finanz- und Vermögenslage des Konzerns.

Die Finanzierungsstruktur des Jenoptik-Konzerns ist weiterhin langfristig ausgerichtet. Verschiebungen zwischen lang- und kurzfristigen Schulden innerhalb des 1. Halbjahres resultierten aus der Auflösung eines Finanzierungsleasings für Immobilien im 1. Quartal 2008. Dies ist der erste Schritt zum geplanten Verkauf einer nicht selbst genutzten und damit nicht betriebsnotwendigen Immobilie, um die Verschuldung des Konzern weiter zu reduzieren. Der Anteil der langfristigen Finanzverbindlichkeiten sank im Zuge dessen zum 30. Juni 2008 um 9,2 Prozentpunkte auf 68,7 Prozent (per 31.12.2007: 77,9 Prozent), da die Ablösung des langfristigen Finanzierungsleasings über kurzfristige Finanzverbindlichkeiten erfolgte.

Die Nettoverschuldung hat sich im Zusammenhang mit der Verschiebung der Finanzierungsstruktur nicht geändert. Sie lag per 30. Juni 2008 bei 192,0 Mio Euro und damit auf dem Niveau von Ende 2007 (per 31.12.2007: 191,7 Mio Euro). Gegenüber dem Ende des 1. Quartals 2008 mit einer Nettoverschuldung über 199,0 Mio Euro, verbesserte sie sich. Im Verlauf des 2. Quartals 2008 wurde zugeflossene Liquidität zur Tilgung kurzfristiger Kredite eingesetzt.

 

Nettoverschuldung (in Mio EUR)

30.6.2008

31.12.2007

30.6.2007

Gesamt

-192,0

-191,7

-207,2

   Wertpapiere

2,3

2,2

2,4

   Zahlungsmittel

12,3

13,8

150,6

   langfristige Finanzverbindlichkeiten

141,9

161,8

283,0

   kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

64,7

45,9

77,2


Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrugen 10,2 Mio Euro (i.Vj. 14,1 Mio Euro). Der deutliche Rückgang um 27,7 Prozent resultiert vor allem aus der geringeren Aktivierung von Entwicklungsleistungen und damit signifikant niedrigerer Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 2,8 Mio Euro (i.Vj. 5,8 Mio Euro). Damit reduziert sich das Risiko künftiger Abschreibungen. Ein weiterer Grund für den starken Rückgang der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sind auch die inzwischen entkonsolidierten Gesellschaften Zenteris und LDT, deren Aktivierungen nicht mehr enthalten sind.

Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf 7,4 Mio Euro (i.Vj. 8,3 Mio Euro) und lagen damit nur leicht unterhalb des Vorjahresniveaus. Sie flossen vorrangig in technische Anlagen und Maschinen sowie die Geschäftsausstattung. In Immobilien und Investment Properties wurde im 1. Halbjahr 2008 kaum investiert. Aus diesem Grund überstiegen die Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 11,4 Mio Euro (i.Vj. 12,2 Mio Euro) die Investitionen.

Bei der Liquiditätsanalyse sind die Zahlungsmittelströme im Jahr 2008 mit jenen des Vorjahres vollständig vergleichbar.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 16,5 Mio Euro (i.Vj. 21,9 Mio Euro). Wesentliche Ursache für den im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Cashflow sind der stärkere unterjährige Aufbau von Working Capital und der Abbau der sonstigen Schulden, besonders durch Umsatzsteuerzahlungen infolge des umsatzstarken 4. Quartals 2007.

Das operative Ergebnis vor Working-Capital-Veränderungen lag mit 31,3 Mio Euro leicht über Vorjahresniveau (i.Vj. 29,0 Mio Euro). Der Jenoptik-Konzern wies jedoch ein im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich höheres Ergebnis vor Steuern aus, das aber auch von Verbesserungen beim Zins- und Beteiligunsgergebnis geprägt war, die im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit eliminiert werden und zu einer Verbesserung des Cashflows aus Investitions- bzw. Finanzierungstätigkeit führten.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug minus 5,3 Mio Euro (i.Vj. minus 14,4 Mio Euro) und war im Wesentlichen von den Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen geprägt. Die Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen resultieren im Wesentlichen aus dem Verkauf kleinerer, nicht betriebsnotwendiger Immobilien.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit summierte sich auf minus 12,1 Mio Euro (i.Vj. minus 10,8 Mio Euro).
Die Auszahlungen aus Finanzierungsleasing und die Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten gehen im Wesentlichen auf die Auflösung eines Immobilienfinanzierungsleasings zurück. Dieser Passivtausch ist der erste Schritt zur Veräußerung dieser Immobilie. Weiterhin war der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von der Veränderung der Konzernfinanzierung in Höhe von 6,1 Mio Euro sowie von Zinszahlungen in Höhe von 2,5 Mio Euro geprägt.

Bilanzanalyse. Die Bilanzsumme blieb gegenüber Ende 2007 mit 695,6 Mio Euro nahezu unverändert (per 31.12.2007: 697,3 Mio Euro).

Die langfristigen Vermögenswerte sanken um 7,4 Mio Euro auf 380,3 Mio Euro, vor allem in Folge des Rückgangs des Sachanlagevermögens auf 170,4 Mio Euro (per 31.12.2007: 175,9 Mio Euro). Es sank infolge der Veräußerung kleinerer Immobilien sowie der über dem Investitionsvolumen liegenden Abschreibungen. Bei den immateriellen Vermögenswerten gab es kaum Veränderungen. Die Finanzanlagen inklusive der Anteile an assoziierten Unternehmen blieben mit 24,1 Mio Euro ebenfalls nahezu gleich (per 31.12.2007: 24,8 Mio Euro).

Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 5,7 Mio Euro auf 315,3 Mio Euro (per 31.12.2007: 309,6 Mio Euro). Wesentliche Ursache dafür ist der Anstieg der Vorräte um 12,7 Mio Euro auf 186,8 Mio Euro (per 31.12.2007: 174,1 Mio Euro). Dieser Anstieg ist einerseits auf die Geschäftsausweitung und andererseits auf das traditionell umsatzstärkere 4. Quartal eines Geschäftsjahres zurückzuführen, das stichtagsbedingt höhere Forderungen bei gleichzeitig geringeren Vorratsbeständen zum Ende eines Geschäftsjahres mit sich bringt. Dem entsprechend reduzierten sich die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte im Verlauf des 1. Halbjahres um 5,6 Mio Euro auf 113,9 Mio Euro (per 31.12.2007: 119,5 Mio Euro). Bei den Wertpapieren gab es keine Veränderungen, die Zahlungsmittel reduzierten sich leicht um 1,5 Mio Euro auf 12,3 Mio Euro (per 31.12.2007: 13,8 Mio Euro) infolge der Rückzahlung einer Verbindlichkeit gegenüber einem assoziierten Unternehmen im 1. Quartal 2008 .

Das Eigenkapital des Jenoptik-Konzerns erhöhte sich infolge des Halbjahresgewinns um knapp 5 Mio Euro auf 285,8 Mio Euro (per 31.12.2007: 280,9 Mio Euro). Bei nahezu gleicher Bilanzsumme führte dies zu einer Erhöhung der Eigenkapitalquote von 40,3 Prozent Ende 2007 auf nun 41,1 Prozent.

Verschiebungen gab es zwischen den lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten des Konzerns infolge der Auflösung des Finanzierungsleasings für eine größere Immobilie im 1. Quartal 2008. Die Finanzierung für die nicht selbst genutzte Immobilie wurde in Vorbereitung des Verkaufs umgestellt und über kurzfristige Finanzverbindlichkeiten zwischenfinanziert. Infolge dessen sanken die langfristigen Finanzverbindlichkeiten signifikant um knapp 20 Mio Euro auf 141,9 Mio Euro (per 31.12.2007: 161,8 Mio Euro). Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten hingegen stiegen um 18,8 Mio Euro auf 64, 7 Mio Euro (per 31.12.2007: 45,9 Mio Euro).

Unternehmenskäufe und -verkäufe. Mit der Aufgabe von Geschäften, die nicht im Fokus der Jenoptik liegen, hat der Konzern im abgelaufenen 1. Halbjahr 2008 das Konzernportfolio gestrafft und sich konsequent von nicht-strategischen Themen getrennt: Der EUV-Strahlquellen-Technologie und der Laser-Display-Technologie.

Im Mai hat Jenoptik sämtliche Anteile an der Xtreme technologies an den japanischen Ushio-Konzern verkauft. Ushio war zuvor mit 50 Prozent an dem Forschungsunternehmen beteiligt. Den Rückzug aus der Entwicklungsgesellschaft, die 2007 das negative Beteiligungsergebnis des Jenoptik-Konzerns geprägt hatte, war im Jahresabschluss 2007 berücksichtigt.

Ebenfalls im Jahresabschluss 2007 berücksichtigt war die Mehrheitsabgabe an der LDT Laser Display Technology GmbH, Jena, an der Jenoptik nun 49 Prozent der Anteile hält und die damit nicht mehr konsolidiert ist. 51 Prozent der Anteile hält seit Mai 2008 Rheinmetall Defence. Die Mitarbeiter der Gesellschaft wurden von Rheinmetall übernommen. In der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Konzernbilanz wird dieser Anteilsverkauf im laufenden Geschäftsjahr bis auf den Umsatzentfall im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich keine wesentlichen Auswirkungen haben.

Unternehmenskäufe haben im 1. Halbjahr 2008 nicht stattgefunden.

Bei den nicht bilanzierten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten verweisen wir auf die Angaben im Geschäftsbericht 2007 sowie auf die Angaben zu Bürgschaften im Chancen-Risiko-Bericht des Geschäftsberichtes 2007.

Seite: