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Finanz- und Vermögenslage des Konzerns.

Finanzierungsstruktur. In Folge der Fristverlängerung der Finanzverbindlichkeiten konnte die Finanzierungsstruktur des Konzerns im 3. Quartal dieses Jahres erfolgreich umgestellt werden. Der Anteil langfristiger Finanzverbindlichkeiten lag mit 161,7 Mio Euro nun bei über 89 Prozent aller Finanzverbindlichkeiten. Im Gegenzug verringerten sich die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 19,8 Mio Euro (31.12.2008: 113,7 Mio Euro). Der Verschuldungsgrad als Verhältnis von Fremdkapital (362,3 Mio Euro) zu Eigenkapital (275,7 Mio Euro) lag mit 1,31 unter dem Niveau des Gesamtjahres 2008 (31.12.2008: 1,35). Jenoptik verfügt zum 30. September 2009  zudem über einen freien Liquiditätsrahmen von rund 70 Mio Euro.

Die Nettoverschuldung des Jenoptik-Konzerns lag per 30. September 2009 mit 168,1 Mio Euro, besonders aufgrund eines reduzierten Working Capitals infolge geringerer Forderungsbestände und Lagerabbau sowie der Einlage einer Immobilie in den Jenoptik Pension Trust, unter dem Wert des Gesamtjahres 2008 (31.12.2008: 191,6 Mio Euro).

Investitionsanalyse. Mit 10,6 Mio Euro fielen die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen geringer aus als im Vorjahreszeitraum (i.Vj. 15,2 Mio Euro). Mit 7,6 Mio Euro wurden mehr als 70 Prozent in Sachanlagen investiert, wobei hier hauptsächlich Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie geleistete Anzahlungen von Bedeutung waren.

Den Investitionen standen regelmäßige Abschreibungen in Höhe von 21,4 Mio Euro (i.Vj. 21,4 Mio Euro) gegenüber.

Bei der Liquiditätsanalyse sind die Zahlungsmittelströme im Jahr 2009 vollständig mit denen des Vorjahres vergleichbar.

Mit 30,2 Mio Euro lag der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (nach Steuern) trotz des negativen Ergebnisses weiterhin im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich und hat sich vor allem im 3. Quartal 2009 deutlich erhöht (i.Vj. 20,1 Mio Euro). Ein aktives Bestands- und Forderungsmanagement war die Ursache für die positive Entwicklung. Es führte zu einem Abbau von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie geringeren Vorratsbeständen und verringerte das Working Capital.
 
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug in den ersten neun Monaten minus 8,5 Mio Euro (i.Vj. minus 9,6 Mio Euro) und war geprägt von geringeren Auszahlungen für Sachanlageninvestitionen von 7,6 Mio Euro (i.Vj. 10,4 Mio Euro) sowie für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 3,1 Mio Euro (i.Vj. 4,8 Mio Euro).

Der Free Cashflow als Differenz aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Steuern in Höhe von 30,6 Mio Euro abzüglich des Cashflows aus operativer Investitionstätigkeit über 9,9 Mio Euro erhöhte sich dementsprechend auf 20,6 Mio Euro (i.Vj. 9,6 Mio Euro). Den wesentlichen Anteil des Free Cashflows erwirtschaftete der Jenoptik-Konzern mit 15,0 Mio Euro allein im 3. Quartal 2009. Zum 30. Juli 2009 hatte der Free Cashflow 5,6 Mio Euro betragen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag bei minus 21,4 Mio Euro (i.Vj. minus 13,8 Mio Euro) und führte zu einer geringeren Nettoverschuldung. Er setzt sich im Wesentlichen zusammen aus Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und Krediten in Höhe von 70,9 Mio Euro aufgrund der Refinanzierung der Wandelanleihe im Juli 2009 (i.Vj. 9,2 Mio Euro) denen erhöhte Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und Krediten im Wert von 56,6 Mio Euro (i.Vj. 20,9 Mio Euro) gegenüberstanden.

Bilanzanalyse. Die Bilanzsumme des Jenoptik-Konzerns verringerte sich zum 30. September 2009 auf 638,0 Mio Euro (31.12.2008: 689,1 Mio Euro). Dies resultierte aus einem Rückgang sowohl der langfristigen als auch der kurzfristigen Vermögenswerte.

Die langfristigen Vermögenswerte sanken auf 347,3 Mio Euro (31.12.2008: 376,3 Mio Euro). Ursachen für den Rückgang sind das unterhalb der Abschreibungen liegende Investitionsvolumen im Berichtszeitraum, besonders im Immobilienbereich. Darüber hinaus minderten Wertberichtigungen, im Wesentlichen auf Entwicklungsleistungen, die immateriellen Vermögenswerte. Zusätzlich reduzierten sich die als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien infolge der Einlage einer Immobilie in den Pension Trust um rund 9,5 Mio Euro, da diese Vermögenswerte nunmehr dem Planvermögen zugerechnet werden. Die Finanzanlagen inklusive der Anteile an assoziierten Unternehmen veränderten sich mit 18,3 Mio Euro kaum (31.12.2008: 20,2 Mio Euro).

Mit 290,7 Mio Euro lagen auch die kurzfristigen Vermögenswerte unter dem Wert vom Jahresende 2008 (31.12.2008: 312,8 Mio Euro). Zurückzuführen ist der Rückgang im Wesentlichen auf geringere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände aufgrund des niedrigeren Umsatzes sowie eines verbesserten Forderungsmanagements in den ersten neun Monaten 2009. Die Vorräte sanken leicht auf 174,1 Mio Euro (31.12.2008: 179,5 Mio Euro). Nahezu konstant blieben die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit 12,4 Mio Euro (31.12.2008: 12,5 Mio Euro).

Das Working Capital, definiert als Summe der Forderungen aus operativer Geschäftstätigkeit und Vorräten minus Lieferverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus PoC (Percentage of Completion) und erhaltenen Anzahlungen, sank vor allem infolge der geringeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 181,3 Mio Euro (31.12.2008: 201,6 Mio Euro).

Mit 275,7 Mio Euro lag das Eigenkapital des Jenoptik-Konzerns aufgrund des ausgewiesenen Verlusts um 17,1 Mio Euro unter dem Wert vom Dezember 2008 (31.12.2008: 292,8 Mio Euro). Da sich gleichzeitig die Bilanzsumme jedoch stärker reduzierte, stieg die Eigenkapitalquote als Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme leicht von 42,5 Prozent Ende 2008 auf nun 43,2 Prozent.

Im Juli dieses Jahres lief die 5-jährige Wandelschuldverschreibung aus und wurde zunächst über die bestehenden kurzfristigen Kreditlinien komplett getilgt. Im September 2009 schloss Jenoptik ein mittel- bis langfristig angelegtes Finanzierungspaket über knapp 90 Mio Euro ab, mit dem die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten zurückgeführt und auslaufende Finanzierungen abgesichert wurden. Dies führte zu einem deutlichen Anstieg der langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und damit der langfristigen Schulden auf 201,1 Mio Euro (31.12.2008: 133,1 Mio Euro) bei gleichzeitigem Rückgang der kurzfristigen Schulden. Der Anteil langfristiger Finanzverbindlichkeiten liegt jetzt mit 161,7 Mio Euro bei über 89 Prozent aller Finanzverbindlichkeiten. Die Pensionsverpflichtungen, sonstigen langfristigen Rückstellungen sowie die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten haben sich nur unwesentlich verändert.

Die kurzfristigen Schulden sanken aus den o.g. Gründen um 101,9 Mio Euro auf 161,2 Mio Euro (31.12.2008: 263,1 Mio Euro). Dabei reduzierten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf 19,2 Mio Euro (31.12.2008: 64,7 Mio Euro), die kurzfristigen Anleihen sanken durch die Tilgung der Wandelschuldverschreibung auf Null.

Unternehmenskäufe- und verkäufe.

Im Juli 2009 gründete Jenoptik zusammen mit dem koreanischen Unternehmen Telstar-Hommel Corp. das Jointventure JENOPTIK Korea Corp., das vor allem die asiatische Elektronik-, Flat-Panel- und Photovoltaikindustrie adressiert. Die JENOPTIK AG ist hier mit 66,6 Prozent Mehrheitsgesellschafter.

Außerdem stellte der Konzern sein Geschäft mit Mittelformatkameras ein. Dieses Geschäft ist in der Sinar AG, Feuerthalen (Schweiz) zusammengefasst.
Unternehmenskäufe bzw. -verkäufe haben im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres nicht stattgefunden.

Bei den nicht bilanzierten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten verweisen wir auf die Angaben im Geschäftsbericht 2008 sowie die Angaben zu Bürgschaften im Risiko-Bericht des Geschäftsberichtes 2008.

Im Dezember 2007 hatte Jenoptik drei Schuldscheindarlehen über insgesamt 30,0 Mio Euro platziert. Infolge der geringeren Ergebnisbeiträge, die zu einem im Jahresverlauf deutlich geringeren EBITDA führten, erfüllt Jenoptik aufgrund der außerplanmäßigen Aufwendungen aus der Aufgabe des Geschäftes mit Mittelformatkameras per 30. September 2009 eine von drei an Schuldscheindarlehen gekoppelte Vorgaben finanzieller Kennzahlen nicht mehr. Dies erlaubt den Gläubigern, eine Rückzahlung der Darlehen zu verlangen. Auf etwaige Rückzahlungen ist Jenoptik durch das neu abgeschlossene Finanzierungspaket bereits vorbereitet. Innerhalb des langfristig ausgerichteten Finanzierungspaketes sind hierfür bereits Kredite mit entsprechender Höhe vorgesehen.

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