Die Weltwirtschaft befindet sich auf Erholungskurs. Dennoch ist dieser laut Internationalem Währungsfond (IWF) noch "fragil". Weltweit haben Regierungen milliardenschwere Konjunkturprogramme aufgelegt und Zentralbanken die Zinsen gesenkt, um der kritischen Lage entgegenzuwirken.
Die US-Wirtschaft erholt sich. Laut der Notenbank Federal Reserve (FED) stieg die Industrieproduktion im September 2009 um 0,7 Prozent. Bereits im Juni gab es erstmals seit zwei Jahren einen leichten Aufwärtstrend zu verzeichnen. Dennoch ist die Rezession noch nicht beendet. Von staatlichen Maßnahmen profitierte laut FED vor allem die Automobilindustrie.
Laut Aussagen der EU-Kommission Mitte September zeigt die europäische Wirtschaft erste Anzeichen einer Erholung. Die Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation ist auf die staatlichen Konjunkturhilfen zurückzuführen.
Die Rezession in Deutschland ist laut Angaben führender Wirtschaftsinstitute beendet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie verkündete, dass der dramatische Absturz der Wirtschaftsleistung in Deutschland bereits im zweiten Quartal 2009 gestoppt wurde. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) legte im Vergleich zum vorherigen Quartal um 0,3 Prozent zu. Dennoch verzeichnete Deutschland den stärksten Einbruch der großen Volkswirtschaften Europas. Vor allem die Exporte gingen zurück.
Innerhalb des ersten Halbjahres 2009 entwickelte sich China erstmals zum Exportweltmeister. Vor allem werden Konsumgüter in die USA exportiert.
China profitiert zudem von staatlichen Konjunkturprogrammen.
Die Optischen Technologien sind besonders stark von der Wirtschaftskrise betroffen. Im ersten Halbjahr 2009 ermittelte der Branchenverband SPECTARIS durchschnittliche Umsatzeinbußen von 23 Prozent. Die Ausfuhren innerhalb der EU sanken laut SPECTARIS um 35 Prozent. Im Inland fielen die Umsätze um rund 20 Prozent. Der Weltmarktindex Optische Technologie konnte sich jedoch im zweiten Quartal wieder stabilisieren.
Nach der Talfahrt der letzten Monate zeigt die Halbleiterindustrie erste Anzeichen der Erholung. Nach einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Gartner stiegen die weltweiten Halbleiterumsätze im zweiten Quartal 2009 um 17 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Laut Semiconductor Industry Association SIA stieg der Umsatz im globalen Halbleitermarkt im September 2009 im Vergleich zum Vormonat um 8,2 Prozent auf 20,1 Milliarden Dollar. Die Branchenzahlen für das 3. Quartal unterstreichen diese Tendenz.
Die Photovoltaik-Industrie wächst, jedoch können deutsche Unternehmen nur bedingt davon profitieren. Anbieter aus den USA und China dominieren den globalen Markt. Auch deutsche Firmen verlagern ihre Produktion zunehmend ins Ausland.
Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie VDA hat im August 2009 die weltweite Pkw-Nachfrage weiter zugenommen. Dies ist vor allem auf die staatlichen Anreize vieler Länder beim Kauf eines Neuwagens zurückzuführen. Vor allem in China und Indien wurde ein Nachfrageboom verzeichnet. In Westeuropa stieg die Zahl der Pkw-Neuzulassungen laut VDA um knapp 8 Prozent. Innerhalb Europas ist der deutsche Automobilmarkt der absatzstärkste.
Die Lage im Maschinenbau ist nach wie vor schwierig. Laut Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA lagen die Auftragseingänge im August 2009 um 43 Prozent unter dem Vorjahr, womit die Talsohle beim Auftragseingang erreicht sein dürfte.
Die Luftfahrtbranche verzeichnete seit dem Spätsommer letzten Jahres massive Nachfragerückgänge. So sind sowohl Passagier- als auch Frachtaufkommen nach Angaben des Weltluftfahrtverbandes IATA im August weiter gesunken. Die Krise ist laut IATA jedoch noch nicht überstanden.
In der deutschen Sicherheits- und Wehrtechnik ist ein Aufwärtstrend zu erkennen. Im Juli erteilte die Bundesregierung den Auftrag über 405 Schützenpanzer des Typs Puma.