Das Jenoptik-Finanzmanagement deckt den Finanzbedarf des operativen Geschäftes und der Investitionen. Das Finanzmanagement wird über die JENOPTIK AG zentral organisiert, um einerseits die Finanzierung zu günstigen Konditionen abzusichern und andererseits sämtliche Finanzierungsmöglichkeiten auszunutzen, die einer börsennotierten Gesellschaft zur Verfügung stehen.
Die Finanzierungsstruktur des Jenoptik-Konzerns hat sich mit der Rückzahlung der Hochzinsanleihe (High-Yield-Bond) im November 2007 im Wesentlichen durch die Verwendung von Barmitteln mit Verfügungsbeschränkung grundlegend geändert. Weiterhin wurden durch die Aufnahme von Schuldscheindarlehen über insgesamt 30 Mio Euro kurzfristige Bankschulden abgebaut. Die Finanzierungsgrundlage des Konzerns wurde damit der strategischen Neuausrichtung und dem nach dem M+W Zander-Verkauf geänderten Geschäftsmodell angepasst.
Der Anteil der langfristigen Finanzverbindlichkeiten (Kredite, Anleihen, Finanzierungsleasing) an der Finanzierung des Jenoptik-Konzerns blieb mit 77,9 Prozent nahezu konstant (31.12.2006: 78,1 Prozent). Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten beliefen sich Ende 2007 auf insgesamt 161,8 Mio Euro (31.12.2006: 281,7 Mio Euro, davon 145,5 Mio Euro Anleihe) und sanken damit um 42,6 Prozent. Zum 31.12.2007 setzten sie sich im Wesentlichen zusammen aus der Wandelanleihe über 60,9 Mio Euro (nominal 62,1 Mio Euro) mit einer Restlaufzeit von eineinhalb Jahren, den im Dezember 2007 begebenen Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 30,0 Mio Euro mit einer Restlaufzeit von 3 bis 5 Jahren sowie dem Finanzierungsleasing in Höhe von 24,8 Mio Euro mit einer Restlaufzeit von bis zu 19 Jahren. Ein großer Teil der langfristigen Bankdarlehen von insgesamt 46,1 Mio Euro (ohne Schuldscheindarlehen) sind Hypothekendarlehen. Diese wurden größtenteils von einer separaten Immobiliengesellschaft aufgenommen, die der JENOPTIK AG hinsichtlich der direkten Kredithaftung nicht zuzurechnen sind, wegen ihres wirtschaftlichen Gehaltes aber vollständig konsolidiert werden.
| Bestandteile verzinsliche Verbindlichkeiten (in Mio EUR) |
2007 |
2006 |
|---|---|---|
| kurzfristig |
45,9 |
78,8 |
| Anleihen (CP) |
0 |
11,4 |
| Kreditverbindlichkeiten |
43,8 |
65,8 |
| Wechsel |
0 |
0 |
| Finance Lease-Verbindlichkeiten |
2,1 |
1,6 |
| langfristig |
161,8 |
281,7 |
| Anleihen |
60,9 |
204,8 |
| Kreditverbindlichkeiten |
76,1 |
53,2 |
| Finance Lease-Verbindlichkeiten |
24,8 |
23,7 |
Der Verschuldungsgrad, das Verhältnis von Fremdkapital (416,4 Mio Euro) zu Eigenkapital (280,9 Mio Euro), verbesserte sich zum 31.12.2007 infolge der Anleiherückzahlung erheblich auf 1,48 (i.Vj. 1,88 unter vollständiger Bereinigung aller Effekte aus dem Verkauf von M+W Zander).
Die Net-Cash-Position mit minus 29,9 Mio Euro hat sich gegenüber 2006 erheblich verbessert (31.12.2006: minus 64,6 Mio Euro). Beide Positionen sind vergleichbar, da im Vorjahreswert die Zahlungsmittel mit Verfügungsbeschränkung in Höhe von 143,2 Mio Euro nicht hinzugerechnet wurden. Die Net-Cash-Position errechnet sich aus der Summe der Zahlungsmittel inklusive kurzfristiger Wertpapiere über 16,0 Mio Euro (31.12.2006: 14,3 Mio Euro) vermindert um die Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 45,9 Mio Euro mit einer Laufzeit unter 12 Monaten (31.12.2006: 78,8 Mio Euro). In dieser Position nicht enthalten sind kurzfristige Verbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft stehen, wie beispielsweise Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder aus erhaltenen Anzahlungen. Mit Teilen des Schuldscheindarlehens hatte Jenoptik kurzfristige Finanzverbindlichkeiten getilgt, sodass sich diese neben dem deutlich verbesserten Cashflow in 2007 gegenüber dem Vorjahr deutlich verringert haben.
Die Nettoverschuldung konnte 2007 trotz zweier Akquisitionen weiter reduziert werden. Sie setzt sich aus der Summe der Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen, Kredite, Wechseln und Verbindlichkeiten aus dem Finanzierungsleasing abzüglich der Zahlungsmittel und Wertpapiere zusammen. Wie prognostiziert unterschritt die Nettoverschuldung die 200-Millionen-Euro-Marke. Sie betrug 191,7 Mio Euro (31.12.2006: 203,0 Mio Euro). Damit hat sich die Nettoverschuldung um absolut 11,3 Mio Euro reduziert. Die aus dem Verkauf der PVA TePla-Anteile erhaltenen Mittel wurden im Wesentlichen für die Tilgung der im November 2007 fälligen Verbindlichkeit an die M+W Zander-Minderheitsaktionäre sowie für die bei der Tilgung der Hochzinsanleihe notwendige Vorfälligkeitsentschädigung eingesetzt. Die beiden Akquisitionen wurden aus dem laufenden Cashflow erworben. Die vorzeitige Rückzahlung der Hochzinsanleihe selbst hatte (mit Ausnahme der Vorfälligkeitskosten) nur geringe Auswirkungen auf die Nettoverschuldung, da die Anleihe im Wesentlichen mit den aufzurechnenden Zahlungsmitteln mit Verfügungsbeschränkung zurückgezahlt wurde, und beide Positionen bereits Bestandteil der Nettoverschuldung waren. Reduziert hat sich durch diese Saldierung und durch den positiven Cashflow die Bruttoverschuldung (Summe aus lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten), die von 360,5 Mio Euro auf 207,7 Mio Euro um 42,4 Prozent gesunken ist.
| Netto- und Bruttoverschuldung (in Mio EUR) |
2007 |
2006 |
|---|---|---|
| langfristige Finanzverbindlichkeiten |
161,8 |
281,7 |
| kurzfristige Finanzverbindlichkeiten |
45,9 |
78,8 |
| Bruttoverschuldung |
207,7 |
360,5 |
| minus Wertpapiere |
2,2 |
3,7 |
| minus Zahlungsmittel |
13,8 |
153,8 |
| Nettoverschuldung |
191,7 |
203,0 |
Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente nutzt Jenoptik bei neuen Gebäuden, die in der Regel angemietet werden. Partner ist unter anderem die LEG Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen. Die Summe aller zukünftigen Aufwendungen aus Mietverträgen, neben Gebäuden auch für Autos, Kopierer und Weiteres, betrug per 31.12.2007 47,1 Mio Euro (i.Vj. 46,2 Mio Euro). Diese zukünftigen Mietaufwendungen verteilen sich zum Teil auf bis zu zehn Jahre und enthalten im Wesentlichen Gebäudemieten auf Grundlage mehrjähriger Mietverträge. Weitere wesentliche außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente werden nicht genutzt.