Die langfristigen Schulden sanken deutlich um 124,4 Mio Euro auf 208,8 Mio Euro (31.12.2006: 333,2 Mio Euro). Wie angekündigt, hatte Jenoptik die Hochzinsanleihe über 150 Mio Euro zum 15. November 2007 vorzeitig zurückgezahlt. Genutzt wurde die bestehende Call Option zum Kurs von 103,938, was einem Rückzahlungsvolumen von knapp 156 Mio Euro entsprach. Für die Rückzahlung wurden wie geplant besonders Mittel aus dem Verkauf von M+W Zander eingesetzt, die als Zahlungsmittel mit Verfügungsbeschränkung zur Verfügung standen. Die Anleihe war 2003 mit einer Laufzeit von sieben Jahren begeben worden, mit der Option, diese nach vier Jahren zu kündigen. Der unmittelbare Einmalaufwand aus der Rückzahlung über 9,6 Mio Euro wurde 2007 im Finanzergebnis verarbeitet. Zur Ablösung von kurzfristigen Bankkrediten wurden im Dezember 2007 Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 30 Mio Euro aufgenommen.
Die Pensionsverpflichtungen blieben mit 6,4 Mio Euro konstant. Ebenso sind die sonstigen langfristigen Rückstellungen mit 22,0 Mio Euro auf Vorjahresniveau geblieben (31.12.2006: 22,3 Mio Euro).
Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten reduzierten sich infolge der Rückzahlung der Hochzinsanleihe daher auf 161,8 Mio Euro (31.12.2006: 281,7 Mio Euro). Bei den langfristigen Anleihen blieb mit 60,9 Mio Euro die Wandelschuldverschreibung stehen (31.12.2006: 204,8 Mio Euro). Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich hingegen deutlich. Jenoptik war es im Dezember 2007 trotz eines problematischen Marktumfeldes für Finanzierungen erfolgreich gelungen, Schuldscheindarlehen über insgesamt 30,0 Mio Euro zu platzieren. Diese Schuldscheindarlehen über 5 Mio Euro mit einer Laufzeit von drei bzw. über 25 Mio Euro von fünf Jahren Laufzeit ergänzen die mittelfristige Finanzierung des Konzerns und entsprechen in ihren Konditionen und ihrem Aufbau dem neuen Konzern deutlich besser. Zudem wurden durch die Aufnahme der Schuldscheindarlehen kurzfristige Bankschulden abgelöst, die sich entsprechend deutlich reduzierten.
Klauseln, die im Falle eines Kontrollwechsels in der Eigentümerstruktur der JENOPTIK AG (Change of Control) greifen, bestehen für Finanzierungen mit einem Gesamtvolumen von 134,7 Mio Euro. Zu ihnen gehören die Wandelanleihe, die Schuldscheindarlehen sowie zwei Kreditverträge. Die genannten Kreditverträge der JENOPTIK AG, die der Finanzierung des laufenden Betriebsmittelbedarfs dienen und als Kreditlinien in Höhe von 10 Mio Euro und 12,5 Mio Euro ausgestaltet sind, können durch die entsprechende Bank im Falle eines Kontrollwechsels in der Eigentümerstruktur der JENOPTIK AG außerordentlich gekündigt werden. Bei den Schuldscheindarlehen haben die Darlehensgeber das Recht, die Darlehen zu dem Betrag, der ihrer Beteiligung entspricht, außerordentlich zu kündigen. Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn eine oder mehrere abgestimmt handelnde Personen, mit Ausnahme der zum Vertragsabschluss bestehenden Hauptaktionäre, zu irgendeiner Zeit mittelbar oder unmittelbar mehr als 50 Prozent des ausstehenden Grundkapitals oder der Stimmrechte halten. Bei der Wandelanleihe wird im Fall eines Kontrollwechsels bei jeder Ausübung von Wandlungsrechten oder Lieferung von Aktien der Wandlungspreis (vorbehaltlich einer etwaigen sonst vorgeschriebenen Anpassung) durch Multiplikation mit einem festgelegten Faktor angepasst. Bei einem Wandlungstag bis zum 23. Juli 2008 (ausschließlich) beträgt der Faktor 0,9356. Ein Kontrollwechsel liegt nach den Bedingungen der Wandelanleihe nach definierten Kriterien vor, die in den öffentlich zugänglichen Anleihebedingungen umfassend erläutert sind. (Weitere Informationen nach § 289 Abs. 4 zu Change of Control-Klauseln)
Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich um 33,5 Mio Euro auf 207,6 Mio Euro (31.12.2006: 241,1 Mio Euro). Mit Mitteln aus den Ende 2007 begebenen Schuldscheindarlehen löste Jenoptik zum Jahresende 2007 kurzfristige Finanzverbindlichkeiten ab, die im Zuge dessen um 32,9 Mio Euro auf 45,9 Mio Euro sanken (31.12.2006: 78,8 Mio Euro). Dabei wurden die Verbindlichkeiten aus dem Commercial Paper auf null zurückgeführt (31.12.2006: 11,4 Mio Euro) und die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 22,0 Mio Euro auf 43,8 Mio Euro reduziert (31.12.2006: 65,8 Mio Euro).
Die Verbindlichkeiten aus der operativen Geschäftstätigkeit erhöhten sich im Zuge des Umsatzwachstums um 12,9 Mio Euro auf 79,8 Mio Euro (31.12.2006: 66,9 Mio Euro). Die Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen blieben nahezu konstant. Der Zuwachs ist auf höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten PoC (Percentage of Completion) zurückzuführen. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist nicht auf eine merkliche Veränderung des Zahlungsverhaltens zurückzuführen, sondern vor allem auf die Neukonsolidierungen und die Geschäftsausweitung. Die Erhöhung der PoC-Verbindlichkeiten resultierte aus Anzahlungen für längerfristige Projekte der Luft- und Raumfahrttechnik.
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten verzeichneten einen deutlichen Rückgang um 10,7 Mio Euro auf 32,0 Mio Euro (31.12.2006: 42,7 Mio Euro). Im Vorjahreswert enthalten war die Restschuld an die M+W Zander Minderheitsaktionäre über 15,1 Mio Euro, die im November 2007 abgelöst wurde.
| Finanzverbindlichkeiten nach Fälligkeiten (in Mio EUR) |
bis 1 Jahr |
1-5 Jahre |
über 5 Jahre |
31.12.2007 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
2007 |
2006 |
2007 |
2006 |
2007 |
2006 |
2007 |
2006 | |
| Anleihen |
0 |
11,4 |
60,9 |
204,8 |
0 |
0 |
60,9 |
216,2 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
43,8 |
65,8 |
33,6 |
9,6 |
42,4 |
43,6 |
119,8 |
119,0 |
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease |
2,1 |
1,6 |
4,6 |
4,6 |
20,2 |
19,1 |
26,9 |
25,3 |
| Gesamt |
45,9 |
78,8 |
99,1 |
219,0 |
62,6 |
62,7 |
207,6 |
360,5 |