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Geschäftsbericht 2007

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Risiko- und Chancenbericht.

Jenoptik ist bestrebt, Chancen wahrzunehmen und Risiken zu begrenzen. Beides ist jedoch eng mit unternehmerischem Handeln verbunden. Die laufende Berichterstattung zu Chancen und Risiken ist neben dem Netz von Risiko-Beauftragten in den Tochtergesellschaften sowie der internen Revision mit dem wichtigen Instrument Jenaudit wesentlicher Bestandteil des Frühwarnsystems.

Chancen-Risiko-Managementsystem

Seit 2006 trägt der Chancen-Risiko-Bericht der Verkleinerung des Konzerns einerseits sowie der Fokussierung auf das operative Geschäft andererseits Rechnung. Eine Anpassung des Risikoberichtes und des Risiko-Managementsystems an die neue Spartenstruktur des Konzerns erfolgt aktuell.

Chancen-Risiko-Bericht

Die Sparten berichten periodisch über alle Risiken und Chancen, die über 1 Mio Euro liegen. Auf Gesellschaftsebene lag die Wertschwelle für die Berichterstattung 2007 zum Teil tiefer; Risiken auf Ebene des Gesamtkonzerns bzw. der JENOPTIK AG werden ebenfalls ab 1 Mio Euro erfasst. Trat ein neues Risiko bzw. eine neue Chance zwischen den Berichtsperioden ein oder änderte sich eine Aussage im Bericht fundamental (hierzu liegen die Wertschwellen 50 Prozent über den Wertschwellen der periodischen Berichterstattung), war ein Ad-hoc-Risikobericht aufzustellen und dem Risikobeauftragten sowie dem Vorstand des Konzerns zur Kenntnis zu geben. Dies gewährleistet ein schnelles Reagieren und einen jederzeit vollständigen und aktuellen Überblick über wesentliche Chancen und Risiken. Mit den relativ niedrigen Wertschwellen werden viele Einzelthemen erfasst, die in ihrer Summe zu einer spürbaren Belastung oder positiven Entwicklung für den Konzern führen könnten. Ein Risikohandbuch, das konzernweit Gültigkeit hat, schreibt den Umgang mit den in der Berichterstattung erfassten Themen fest.

Erfasst werden Angaben zur Eintrittswahrscheinlichkeit sowie zur maximalen und realistischen Höhe, zu begleitenden Maßnahmen sowie zu jenem Mitarbeiter, der die Entwicklung des jeweiligen Themas, sei es Risiko oder Chance, verfolgt. Die Einzelberichte werden zu einem Chancen-Risiko-Bericht des Konzerns zusammengefasst und dem Vorstand und Aufsichtsrat vorgelegt. Diese Berichterstattung gliedert sich in eine strategische sowie in eine operative Chancen-Risiko-Matrix. In dieser Matrix werden die mögliche Risikohöhe und die Risikowahrscheinlichkeit sowie die Veränderung dieser Größe im Zeitablauf dargestellt. Mit separaten Berichten werden die Chancen und Risiken aus Währungs- und Zinsänderungen erfasst.

Wir bewegen uns in Märkten, die einem rasanten technologischen Wandel unterliegen. Dem Risiko, Produkte zu entwickeln, die der Markt nicht aufnimmt, stehen Chancen aus Produkten mit technologischem Vorsprung und Alleinstellungsmerkmalen gegenüber. Um diese auszuschöpfen und Risiken von Fehlentwicklungen zu minimieren, erfolgen F+E-Projekte, soweit es möglich ist, in enger Abstimmung mit den Kunden. Regelmäßige Impairment-Tests, vor allem der F+E-Themen, finden quartalsweise statt. Die Teams sind interdisziplinär besetzt. Die konzernweiten Standards für das Innovationsmanagement sollen weiter verbessert werden. Daran arbeitet ein konzernübergreifender Fachbereich Innovationsmanagement. Mit dem Wissenschaftlichen Beirat steht zudem ein hochkarätiges Gremium bei der Beobachtung und Einschätzung langfristiger Technologietrends zur Seite.

Revision, Ausschüsse & Meetings

Die Interne Revision wird von einem externen Revisor geleitet und hatte 2007 die Form so genannter Jenaudits. Die Teams sind interdisziplinär mit mindestens einem externen Revisor und Mitarbeitern anderer Jenoptik-Gesellschaften besetzt und prüfen jeweils eine Konzerntochter oder einen Bereich. Dabei werden nicht nur Mängel oder Fehler festgestellt, sondern aus den Erfahrungen der Teammitglieder heraus auch Empfehlungen adressiert. Unter dem Aspekt einer effektiven Umsetzung der ausgesprochenen Empfehlungen erfolgten außerdem so genannte follow-up-Prüfungen, über deren Ergebnisse der jeweiligen Leitungsebene und dem Jenoptik-Vorstand berichtet wird. 2007 wurden acht Jenaudits und zwei follow-up-Prüfungen durchgeführt.

Ein Investitionsausschuss Beteiligungen unterstützt konzernübergreifend größere Investitions- und Desinvestitionsvorhaben der Jenoptik. Die Mitglieder des Ausschusses, die im Bedarfsfall zusammenkommen, sind neben ständigen Mitgliedern der Jenoptik-Holding die Verantwortlichen jenes operativen Bereiches, der eine Investition oder Desinvestition plant. Mit der Gründung einer konzernweiten Mergers- & Acquisitions-Abteilung hat sich das Aufgabenprofil des Ausschusses 2007 geändert. So wurden die Aufgaben des Ausschusses stärker auf die Evaluation der M&A-Prozesse und das Monitoring der Integrationsprozesse konzentriert.

Die Meeting-Formate haben sich 2007 geändert. Neben der monatlichen Vorstandssitzung findet 14-tägig der Vorstands-Jour-Fixe mit den Fachabteilungen des Corporate Centers statt sowie die monatliche Holding-Runde mit einem nochmals erweiterten Teilnehmerkreis. Weitere Informationen zu Meeting-Formaten im Rahmen der neuen Organisationsstruktur finden Sie im Prognosebericht.

Währungs- und Zinsrisiko-Managementsystem

Zahlungsströme in Fremdwährung werden generell als Chancen-Risiko-Position erfasst und gehen in einen monatlichen Bericht an das Konzerncontrolling ein. Sowohl die Positionen aus dem Seriengeschäft (Preise in Fremdwährung stehen aufgrund von Preislisten für einen bestimmten Zeitraum fest) als auch die Chancen und Risiken aus dem Projektgeschäft (Preise in Fremdwährung werden erst in der Angebots- oder Verhandlungsphase auf aktueller Kursbasis fixiert) berichten die Gesellschaften als Brutto- bzw. Nettowährungsexposure an den Konzern. Die Absicherung der Fremdwährungsgeschäfte erfolgt grundsätzlich über die Treasury-Abteilung der JENOPTIK AG. Abweichungen hiervon sind in der Fremdwährungsrichtlinie des Konzerns geregelt. Für extern geschlossene Sicherungsgeschäfte besteht eine monatliche Meldepflicht an das Konzerncontrolling. Damit ist sichergestellt, dass auf Konzernebene alle aktuellen Fremdwährungspositionen und damit das potenzielle Fremdwährungsrisiko laufend überwacht werden.

Für die Festlegung einer jährlichen Währungssicherungs-Strategie und die Risikobegutachtung analysiert die Treasury-Leitung die Nettorisikoposition pro Währung auf der Basis von bekannten Szenarien wie most likely (erwartete Währungsentwicklung), Risikopotenzial (doppelte Volatilität pro Währung) und Schock (größte Schwankung der vergangenen fünf Jahre) und leitet daraus die Instrumente, das maximal zulässige Verlustlimit sowie das Positionslimit für die Währungssicherung des kommenden Jahres ab (Value-at-Risk-Abschätzung). In einem jeweils zum Quartalsende erstellten Risikobericht wird die Einhaltung dieser Limits gemessen.

Das Zinsrisiko-Managementsystem umfasst alle zinstragenden und zinsreagiblen Aktiv- und Passivposten der JENOPTIK AG sowie der Konzerngesellschaften. Auch hier melden die Gesellschaften monatlich ihre Positionen an das Konzerncontrolling. Ein Liquiditätsplan, der den Finanzierungs- und Anlagebedarf für das laufende Geschäftsjahr zeigt, sowie eine rollierende Ein-Monats-Vorschau bilden den Neufinanzierungs- bzw. Neuanlagebedarf ab. Über eine Analyse des Marktrisikos werden die potenziellen Marktwerte und Ergebnisschwankungen des kommenden Jahres prognostiziert. Maßgeblich sind dabei historische Schwankungen. Auf Basis dieser Analyse, die quartalsweise vorgenommen wird, leiten sich konkrete Strategievorschläge zur Gestaltung bzw. Anpassung des Finanzportfolios an den Vorstand ab. So würde zum Beispiel für variable Zinspositionen der Abschluss entsprechender Zinssicherungsgeschäfte vorgeschlagen, wenn die erwartete Veränderung des Zinsergebnisses wesentlich zur Veränderung des Jahresergebnisses beitragen könnte. Zinssicherungsgeschäfte sowohl für die Aktivposten als auch für Passivposten werden im Wesentlichen nur bei der JENOPTIK AG abgeschlossen. Ausnahmen bedürfen der ausdrücklichen Genehmigung.

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