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Geschäftsbericht 2007

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Risiko- und Chancenbericht.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken resultieren im Wesentlichen aus Aufträgen in Fremdwährungen, aus der Finanzierungstätigkeit des Konzerns sowie aus Optionen für den Erwerb von Unternehmensteilen.

Liquiditätsrisiko des Konzerns und Kapitalmarktlage. Mit der Aufnahme der Schuldscheindarlehen, der vollständigen Ablösung der Commercial Paper, durch freie Banklinien über rund 70 Mio Euro, die sich zudem auf mehrere Banken und ohne Dominanz einer Bank verteilen, und durch einen positiven Cashflow hat sich das Risiko von Liquiditätsengpässen stark reduziert. Die jüngste Entwicklung des Aktienkurses mit einem Rückgang um mehr als 19 Prozent im Jahresverlauf 2007 macht eine Liquiditätsversorgung des Konzerns über den Kapitalmarkt jedoch zum aktuellen Zeitpunkt zu einer wenig attraktiven Alternative. Die quantitativen Auswirkungen des Liquiditätsrisikos werden im Anhang unter Punkt 34 dargestellt.

Währungsrisiko des Konzerns. Fast alle Aufträge in Fremdwährung sichert Jenoptik über Wechselkursabsicherungsinstrumente, vornehmlich Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen. Der abgesicherte Betrag ausstehender Devisentermingeschäfte lag bei 57,1 Mio Euro (i.Vj. 59,6 Mio Euro).

Der Kurs des US-Dollars hat sich gegenüber dem Euro von 1,317 US-$/€ am 31. Dezember 2006 auf 1,472 US-$/€ am 31. Dezember 2007 abgeschwächt. Aufträge des Jahres 2007 und künftige Auftragseingänge auf Basis des nun schwächeren US-Dollars haben damit geringere Margen in Euro, sofern die Dollarabschwächung nicht vollständig in Preiserhöhungen umgesetzt wird. Weiterhin kann der Wettbewerbsdruck mit Unternehmen zunehmen, die im Dollar-Raum produzieren und auf Basis des günstigeren Wechselkursverhältnisses billiger in den Euro-Raum exportieren können. Nur teilweise kompensiert werden solche Effekte durch währungsbedingte vergünstigte Material- und Rohstoffeinkäufe im Dollarraum oder von Waren, die vornehmlich in Dollar abgerechnet werden. Die quantitativen Auswirkungen des Währungsrisikos werden im Anhang unter Punkt 34 dargestellt.

Das Zinsrisiko aus kurzfristigen Zinsänderungen hat sich mit der Umstellung der mittelfristigen Finanzierung nur geringfügig geändert. Ein großer Teil der Verschuldung des Konzerns basiert weiterhin auf festen Zinssätzen. Variable verzinste Fremdfinanzierung ist zum Teil durch Zinssicherungsgeschäfte abgesichert. Die Zinsaufwendungen werden jedoch deutlich niedriger als in den Vorjahren liegen, da sich die mittelfristigen Zinskonditionen aus der Umstellung infolge der Rückzahlung der Hochzinsanleihe trotz eines allgemein gestiegenen Zinsniveaus erheblich verbessert haben. Die fünfjährige Wandelanleihe zu einem festen Zinssatz läuft bis Juli 2009. Weiterhin werden Zinssicherungsinstrumente wie Zinscaps und Zinsswaps eingesetzt. Bei den von Jenoptik eingesetzten Zinsswaps wird ein definierter variabler Zinssatz auf einen bestimmten Kapitalbetrag bezahlt. Im Gegenzug erhält Jenoptik einen bestimmten Festzins auf denselben Kapitalbetrag. Durch einen Zinsswap wurde 2006 das Zinsänderungsrisiko der Geldanlage der Zahlungsmittel mit Verfügungsbeschränkung begrenzt und ist mit Rückzahlung der Hochzinsanleihe ausgelaufen. Die quantitativen Auswirkungen des Zinsrisikos werden im Anhang unter Punkt 34 dargestellt.

Kreditrisiken (Ausfallrisiken für Forderungen und Darlehen) begegnet Jenoptik mit umfassenden Bonitätsprüfungen und - bei größeren Projekten - mit Anzahlungsvereinbarungen, die vertraglich vorab vereinbart und festgehalten sind. Kreditrisiken bestehen dann in der Regel nur über eine Restforderung. Die Anzahlungsquote im Jenoptik-Konzern lag 2007 bei 28,2 Prozent (i.Vj. 25,1 Prozent). Die quantitativen Auswirkungen des Kreditrisikos werden im Anhang unter Punkt 34 dargestellt.

Risiken aus dem Verkauf von Unternehmensteilen und rechtliche Risiken

Die Risiken aus dem Verkauf von Unternehmensteilen, speziell aus dem Verkauf von M+W Zander, haben sich 2007 weiter reduziert. Chancen und auch Risiken aus dem Verkauf des Unternehmensbereiches Clean Systems entstanden aus dem Verbleib einzelner Themen und Projekte bei Jenoptik, aus üblichen Garantien im Zuge des Verkaufs sowie aus Vereinbarungen zur Bereitstellung von Bürgschaften. Zudem hat Jenoptik die bei Verkäufen großer Unternehmensteile üblichen Garantien gegeben, beispielsweise für die Richtigkeit der aufgestellten Bilanzen, der abgegebenen Steuererklärungen oder das Vorliegen erforderlicher Genehmigungen für den Betrieb des Geschäftes. Grundsätzlich können aus diesen Garantiezusagen in Zukunft Ansprüche des Käufers gegenüber der JENOPTIK AG entstehen. Das Risikopotenzial reduziert sich jedoch mit fortschreitender Zeit erheblich. So ist die allgemeine Gewährleistungsfrist bereits abgelaufen. Kaum einzuschätzen sind jedoch Risiken, die sich aus der laufenden steuerlichen Betriebsprüfung ergeben könnten, die aktuell läuft und einen Zeitraum von vier Jahren umfasst.

Avalstellungen. Der im Zuge des Verkaufs von M+W Zander gewährte revolvierende Avalrahmen konnte 2007 vorzeitig beendet werden. Bestehende Alt-Avale, die sich inzwischen weiter auf 7,6 Mio Euro reduziert haben (per 15.2.2007: 9,5 Mio Euro), werden voraussichtlich in den nächsten beiden Jahren durch Ablauf von Gewährleistungsfristen und Projektfortschritte zurückgegeben. Indikationen für größere Risiken aus diesen Avalen liegen nicht vor. Weiter besteht ein von Jenoptik als risikoarm eingestuftes Aval in Höhe von 46,8 Mio Euro für das AMD-Projekt in Dresden. Das zu Grunde liegende Geschäft hat sich infolge fortlaufender Tilgungen des Kundens zum Jahresende 2007 auf nur noch 17,8 Mio Euro reduziert. Bei planmäßigem weiteren Projektfortschritt läuft die Bürgschaft 2010 aus.

Für die caverion GmbH (ehemals M+W Zander Gebäudetechnik GmbH), an der Jenoptik 15,1 Prozent der Anteile hält, konnte der zugesagte Avalrahmen weiter auf 150 Mio Euro reduziert werden. Er war zum 31. Dezember 2007 mit 117,0 Mio Euro in Anspruch genommen.

Die Bedarfsliquiditätslinie wurde von ursprünglich 41,1 Mio Euro auf 15,9 Mio Euro weiter deutlich reduziert. Diese Bedarfsliquiditätslinie wurde jedoch seit der Ausgründung der caverion Ende 2005 nur selten, und wenn, dann nur kurzfristig bis zu einem Maximalvolumen von 3 Mio Euro in Anspruch genommen. Zudem hat sich die Geschäftslage der caverion in 2007 deutlich verbessert, sodass sich die für Jenoptik verbundenen Risiken 2007 deutlich reduziert haben.

Grundsätzlich ist das Risiko aus Bürgschaften unter Beachtung historischer Erfahrungswerte als recht gering einzustufen. So lag in den letzten fünf Jahren die Inanspruchnahme aus Bürgschaften im Schnitt bei knapp 0,3 Prozent. Zudem sind sowohl die M+W Zander-Beteiligungen als auch die caverion zur Rückzahlung an Jenoptik verpflichtet, falls ein Aval "gezogen" wird.

Rechtliche Risiken. In dem seit mehr als zehn Jahren andauernden Patentstreit mit dem US-amerikanischen Unternehmen Asyst Technologies, Inc. kam 2007 Bewegung. Entgegen einer Jury-Empfehlung von Anfang Februar 2007, die Jenoptik wegen angeblicher Patentverletzungen zu einem Schadensersatz von rund 57,6 Mio Euro zuzüglich Zinsen zu verurteilen, hatte das erstinstanzliche Gericht, der US-District Court in San José, Anfang August 2007 die Klage nunmehr zum dritten Mal in Folge abgewiesen. Die unterlegene Klägerin hat gegen diese Entscheidung erneut Berufung beim Court of Appeals for the Federal Circuit in Washington eingelegt. Wann eine Entscheidung erfolgt, ist derzeit nicht abzusehen.

Für den Fall, dass die Berufungsinstanz zu Gunsten der Klägerin die Entscheidung des US-District Courts in San José auch bezüglich der Anordnung eines neuen Verfahrens aufheben sollte, hat der das Verfahren leitende Richter in seiner Begründung der Entscheidung vom 3. August 2007 in Aussicht gestellt, jedenfalls die Frage der Schadensersatzhöhe neu zu behandeln. Dazu würde entweder ein neues Verfahren angeordnet oder der durch die Jury zugesprochene Schadensersatz auf den Betrag reduziert, den die Klägerin unter Beachtung rechtlicher Vorgaben nachweisen kann. Für diesen Fall beantragte Jenoptik bereits im Ausgangsverfahren hilfsweise unter Anwendung der so genannten "maximum recovery rule" die Reduzierung des von der Klägerin gewünschten Schadenersatzes anhand tatsächlicher Produktumsätze auf einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag.

Die streitgegenständliche Technologie betrifft ein durch Jenoptik 1999 aufgegebenes Geschäftsfeld. Die erwarteten Anwaltskosten für das Verfahren wurden zurückgestellt. Rückstellungen für ausgeurteilte Schadensersatzansprüche wurden nicht gebildet, da nach Ansicht von Jenoptik und unserer US-amerikanischen Prozessanwälte die Ansprüche von Asyst sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach unbegründet sind, da das Patent unwirksam ist und nicht hätte erteilt werden dürfen.

Hinsichtlich eines ähnlichen Patents hatte die Berufungsinstanz im gleichen Rechtsstreit Anfang 2005 die Rechtsauffassung der Jenoptik bestätigt und die von Asyst geltend gemachte Patentverletzung zurückgewiesen.

Weitere rechtliche Risiken, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns haben könnten, sind nicht bekannt.

Weitere Risiken

Immobilienvermögen unterliegt den Schwankungen des Mietmarktes, woraus sich das Risiko von Wertminderungen (Impairments) ergibt. Nennenswerte Teile der Jenoptik-Immobilien sind an konzernfremde Gesellschaften zum Teil langfristig vermietet. Mietpreise und Vermietungsstand können die Ertragslage der Jenoptik vor allem mittelfristig beeinflussen. Mögliche Impairments lassen sich nur schwer prognostizieren, werden jedoch nicht erwartet.

Ein einheitliches konzernübergreifendes IT-System besteht nicht, mit Ausnahme eines konzernweiten Intranets, in welches das interne Rechnungswesen und die Vertriebssysteme nicht eingebunden sind. Ein kompletter Ausfall eines IT-Systems würde damit lediglich Teile des Konzerns beeinträchtigen. Da Jenoptik ausschließlich Investitionsgüter verkauft, wäre der Vertrieb, anders als bei Unternehmen, die einen wesentlichen Teil ihrer Produkte über das Internet vertreiben, nur indirekt von einem kompletten Systemausfall betroffen. Die Betreiber von SAP R/3 garantieren eine Verfügbarkeit von mehr als 98 Prozent. 2007 wurde eine Verfügbarkeit von 100 Prozent erreicht. Die Datenleitungen sind redundant ausgelegt, die Energieversorgung wird durch unterbrechungsfreie Stromversorgungen für Stromschwankungen und ein Notstromaggregat gesichert. Die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Schäden durch Viren und Hacker lassen sich nicht abschätzen. Jenoptik schützt sich unter anderem durch moderne Firewalls und strenge Sicherheitsvorschriften.

Umweltrisiken bestehen teilweise aus dem für Produktionsprozesse notwendigen Umgang mit gesundheits- und umweltschädlichen Materialien und Stoffen. In geringem Umfang bestehen Risiken aus der so genannten ROHS-Richtlinie, die seit dem 1. Juli 2006 in Deutschland greift. Risiken zum aktuellen Zeitpunkt in einem als gering eingeschätzten Umfang bestehen zudem aus neuen Umweltgesetzen, die umgesetzt wurden und werden, wie das Umweltschadensgesetz UschadG vom 14. Mai 2007 und die neue europäische Chemikalienverordnung (REACH) vom 30. Dezember 2006.

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