Für die Finanzierung stehen neben den Kassen- und Bankguthaben in Höhe von 16,0 Mio Euro zum 31. Dezember 2007 und Wertpapieren des Umlaufvermögens auch nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von knapp 100 Mio Euro zur Verfügung. Das Commercial-Paper-Program, das in Abhängigkeit von den Marktverhältnissen einen kurzfristigen Finanzspielraum in Höhe von bis zu maximal 100 Mio Euro eröffnet, wurde per 31. Dezember 2007 nicht in Anspruch genommen und soll generell nur in einem geringen Umfang genutzt werden. Die Finanzierung der Geschäftsausweitung sowie kleinerer Akquisitionen und laufender Fremdkapitalkosten soll vorwiegend aus laufendem Cashflow und im Bedarfsfall über die Nutzung der genannten offenen Kreditlinien erfolgen. Für die Finanzierung größerer Akquisitionen kann Jenoptik auf die Finanzierungsinstrumente aus den Beschlüssen der Hauptversammlung 2007 zurückgreifen.
Wesentliche Änderungen der Finanzierungsstruktur sind nach der grundlegenden Umstellung der mittelfristigen Finanzierung in 2007 auf die Schuldscheindarlehen im laufenden Geschäftsjahr 2008 nicht vorgesehen, da weder mittel- noch langfristige Finanzverbindlichkeiten fällig werden. Allerdings sollen langfristige Hypothekenkredite und Verbindlichkeiten aus dem Finanzierungsleasing von Immobilien in 2008 getilgt und somit die Nettoverschuldung des Konzerns weiter reduziert werden. Wir erwarten hier einen Rückgang im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Die Nettoverschuldung soll weiter sinken und 2008 deutlich unter der 200-Millionen-Euro-Marke bleiben. Es ist geplant, Investitionen und Zinsen aus laufenden Cashflows zu zahlen. Weiterhin soll der Verkauf nicht-betriebsnotwendiger Immobilien die Nettoverschuldung 2008 weiter senken. Der genaue Beitrag hierzu wird auch von der weiteren Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes abhängen, da der Verkauf der nicht-betriebsnotwendigen Immobilien nur dann erfolgen soll, wenn die Verkaufspreise im Rahmen unserer Erwartungen liegen. Für das Geschäftsjahr 2007 plant die JENOPTIK AG keine Dividende auszuschütten.
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sollen 2008 erneut zwischen 36 und 44 Mio Euro liegen und damit weiter auf dem Niveau der Vorjahre. Darin enthalten ist der Ausbau des Service Providing-Geschäftes. Die Anlagen zur Verkehrsüberwachung werden für einen Zeitraum von fünf Jahren im Sachanlagevermögen aktiviert. Die Sparten Optische Systeme und Laser & Materialbearbeitung sind entwicklungs- und anlagenintensiv und werden somit das größte Investitionsvolumen ausweisen.
Mit der strategischen Neuausrichtung, einhergehend mit einer strafferen Führungsstruktur und dem Anstoß eines Kulturwandels im gesamten Konzern, schaffen wir die Voraussetzung für ein wert- und nachhaltiges Wachstum. Parallel haben wir das Jahr 2007 genutzt, um in einem umfassenden Strategieprozess Zukunftspotenziale systematisch zu definieren und in konkrete Projekte entlang unserer fünf Werthebel zu überführen.
Wachstumspotenziale sehen wir für unsere innovativen Produkte besonders im Ausland. Schwerpunkte bei der branchenseitigen Markterschließung liegen unter anderem auf der Photovoltaik- und der Flat-Panel-Industrie sowie auf dem Service Providing der Sparte Verkehrssicherheit. Für diese Branchen und weitere, in denen wir positioniert sind, bestehen positive Prognosen. Die Konjunkturentwicklung insgesamt erlaubt gegenwärtig - vor allem aufgrund der Subprime-Krise und weiter steigender Rohstoffpreise - kaum sichere Schätzungen. Die Prognose unserer Geschäftszahlen für 2008 und zum Teil auch 2009 unterliegt daher der Annahme, dass sich das Konjunkturklima insgesamt nicht signifikant verschlechtert.
Für 2008 und 2009 erwarten wir deutliche Umsatzsteigerungen einhergehend mit einer Verbesserung des Ergebnisses der betrieblichen Tätigkeit. Ertragssteigernde Effekte aus der strategischen Neuausrichtung des Konzerns, die wir 2008 konsequent fortsetzen, erwarten wir ab dem Jahr 2009.
Beim Zinsergebnis, dem Ergebnis vor Steuern und beim Konzernjahresergebnis, aber auch in der Bilanz zeigen sich die positiven Effekte eines konsequent bereinigten Konzernportfolios und der unserer Größe und Geschäftstätigkeit angepassten Finanzierungsstruktur bereits ab 2008. Langfristig streben wir mit einem dynamischen Wachstum von durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr eine Milliarde Umsatz bei einer EBIT-Marge von 9 bis 10 Prozent an.