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Geschäftsbericht 2007

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Künftige Entwicklung der Geschäftslage.

Ausrichtung des Unternehmens in den kommenden zwei Jahren

Im Zentrum der Weiterentwicklung der Jenoptik stehen

  • die Konzentration auf wachstums- und ertragsstarke Geschäftsfelder,
  • die konsequente Ausrichtung des Gesamtkonzerns an Märkten und Kunden,
  • die weitere Internationalisierung,
  • unsere Mitarbeiter und das Management sowie 
  • die Steigerung der operativen Exzellenz.

Grundvoraussetzung, um unsere Ziele zu erreichen, ist die neue zum 1. Januar eingeführte Organisationsstruktur. Zur Vorbereitung wurden in diesem Zusammenhang bereits im 2. Halbjahr 2007 mehrere Managementpositionen der ersten und zweiten Führungsebene des Konzerns neu besetzt. Seit dem 1. Januar 2008 leitet Dr. Dirk Michael Rothweiler die Sparte Optische Systeme des Jenoptik-Konzerns, verantwortet damit die weltweiten Optik-Aktivitäten und komplettierte die Führungsriege der Jenoptik. Das oberste Führungsgremium des Konzerns unter der Leitung des Vorstandes ist seit Jahresbeginn das Executive Management Board, das sich auf vierteljährlichen Tagungen vorrangig spartenübergreifenden Entscheidungen widmen wird.



Parallel zur Vorbereitung der neuen Organisation haben wir das Jahr 2007 genutzt, um in einem umfassenden Strategieprozess Zukunftspotenziale systematisch zu definieren und in konkrete Projekte entlang unseren fünf Werthebeln zu überführen. Die Landkarte zeigt zahlreiche Projekte, die - auf Ebene des Gesamtkonzerns und in den Sparten - bis Ende 2008 bearbeitet werden. Dazu gehört unter anderem die Operationalisierung des rollierenden Strategieprozesses auf Spartenebene und die Einführung eines konzernweit einheitlich strukturierten Innovationsmanagements - Initiativen, die es so zuvor bei Jenoptik nicht gab.

Der 2007 auf Konzernebene initiierte rollierende Strategieprozess wird 2008 auf die Sparten übertragen. In diesem Prozess werden zum einen die zukunftsträchtigsten Wachstumsprojekte systematisch identifiziert und entsprechend ihrer Renditepotenziale und Risikostruktur gewichtet, zum anderen die strategischen Zielsetzungen der Sparten mit der Konzernstrategie abgestimmt. Ziel ist es, so konsequenter als bisher die Ressourcen des Unternehmens auf die aussichtsreichsten Initiativen in einem ausgewogenen Portfolio zu konzentrieren. Ergänzt wird dieser Prozess durch ein konzernweites Projektmanagement, das eine kontinuierliche Transparenz über den Stand der einzelnen Initiativen sicherstellt.

Ein konzernweites Innovations-Managementsystem wird ab dem 2. Halbjahr 2008 greifen. Von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Markteinführung soll der Innovationsprozess künftig in konzerneinheitlichen Strukturen laufen. Implementiert wird der für Innovationen übliche Stage-Gate-Prozess, der an die Bedürfnisse der Jenoptik angepasst wurde.

Die strategische Neuausrichtung der Jenoptik geht mit einem umfassenden kulturellen Wandel für alle Mitarbeiter und Mitglieder der Managementteams einher. Ein umfassender Change-Management-Prozess wird Mitarbeiter und Führungskräfte die kommenden beiden Jahre begleiten. Nach der Auftaktveranstaltung für den Gesamtkonzern Ende Dezember 2007 wird der Prozess aktuell schrittweise in den Sparten implementiert. Mit einer ersten Change-Veranstaltung startete die Sparte Verteidigung & zivile Systeme im Januar dieses Jahres. Bis Mai sind die Auftaktveranstaltungen in allen Sparten geplant, sodass der Prozess anschließend in den Sparten auf alle Bereiche ausgeweitet wird. Im Mittelpunkt steht das neue Selbstverständnis als eine Jenoptik.

Künftige Absatzmärkte und Produkte

Künftige Absatzmärkte sehen wir nach wie vor besonders im Ausland. Ziel bei der weiteren Internationalisierung ist es, eigene Präsenz vor Ort aufzubauen. So ist zum Beispiel für die Sparte Industrielle Messtechnik 2008 der weitere Ausbau der Marktposition in Indien geplant, einem Zukunftsmarkt der Automobil- und Automobilzulieferindustrie. Die Sparte Verkehrssicherheit plant mit dem jungen Geschäftsmodell Service Providing, neue Absatzmärkte weltweit zu erschließen, die bisher über das klassische Ausrüstungsgeschäft allein nicht adressierbar waren. Die Sparte Laser & Materialbearbeitung wird ihre Aktivitäten in Asien deutlich erweitern, einem wichtigen Standort der globalen Halbleiter- und Flachbildschirmindustrie.

Bereits bestehende Auslandsaktivitäten sollen - neben der bis ins Jahr 2008 laufenden Integration der weltweiten Geschäfte der Industriellen Messtechnik im Zusammenhang mit dem Erwerb der international aufgestellten Etamic - 2008 und 2009 über den Gesamtkonzern hinweg optimiert werden. Eine zuvor voneinander unabhängige Standortpolitik jeder Einzelgesellschaft soll über eine zentrale Koordination harmonisiert werden.

Neue Produkte & Technologien tragen bei Jenoptik stetig zu Umsatz und Ergebnis bei. Die innovativsten Sparten sind dabei naturgemäß die Sparten Optische Systeme und Laser & Materialbearbeitung. Für beide Sparten ist die jährlich im Januar stattfindende Leitmesse für photonische Technologien, die Photonics West, ein wichtiger Start ins Jahr. Vorgestellt wurden im Januar 2008 neben anderen ein neuer Femtosekundenlaser JenLas® D2.fs, der speziell für die Medizintechnik und Mikromaterialbearbeitung entwickelt wurde, sowie das neue Verfahren des thermischen Laserstrahl-Separierens, das der Sparte Laser & Materialbearbeitung weltweit Alleinstellungsmerkmale beim Trennen sprödbrüchiger Materialien wie Glas oder Keramik verschafft. Es ermöglicht ein berührungsloses Trennen ohne Partikelabrieb und erhöht die Prozessgeschwindigkeit um bis zu 300 Prozent. Fest im Blick hat die Sparte Laser & Materialbearbeitung für 2008 den Photovoltaik-Markt mit Serienlösungen für die Herstellung von Dünnschicht-Solarzellen. Die Sparte ist mit ihrem Geschäftsbereich Laserbearbeitungsanlagen auf dem Weg hin zum Lieferanten für Serienlösungen im Strukturierungs- und Abtragsprozess bei der Solarzellenherstellung. Wachsende Bedeutung erhält auch die Flat-Panel-Industrie. Für das Annealing kristalliner Schichten auf Flachdisplayglas wurde der ASAMA-Scheibenlaser entwickelt, der 2008 am Markt eingeführt wird.

Für den 300 Watt starken Dauerstrich-Faserlaser soll die "optical engine" in Serienfertigung gehen und den Kunden ab Mitte 2008 zur Verfügung stehen. Im Vergleich zu diodengepumpten Festkörperlasern zeichnet den Faserlaser vor allem das vorteilhafte Preis-Leistungs-Verhältnis, der kompakte Aufbau und das ausgezeichnete Strahlprofil aus. Beliefert werden sollen in erster Linie die eigenen Mutterunternehmen - also Jenoptik und Trumpf - die Bearbeitungsmaschinen mit Faserlasern ausstatten werden. In den externen Vertrieb gehen neben den Optical Engines außerdem Faserlaser als Laserstrahlquellen, die zum Beispiel in der Herstellung von Solarzellen Anwendung finden werden, ebenso in der Lasermarkierung, in der Mikro- und in der Makromaterialbearbeitung.

Die Geschäftsbereiche Mikrooptik und optoelektronische Systeme erzielten 2007 Fortschritte bei Hochleistungs-Mikrooptiken für Konsumentenprodukte, die sie erstmals auf der Photonics West 2008 präsentierten. Gemeinsam entwickelten die Geschäftsbereiche Mikrooptiken aus Plastik, die die gleichen exzellenten Eigenschaften aufweisen wie Produkte aus Glas oder Quarzglas. Durch eine Verbesserung der hochmodernen Spritzgießtechnologie und den Einsatz hochpräziser Vorlagen der Mikrooptiken baute Jenoptik die Marktführerschaft im Bereich der Mikrooptik-Technologie aus.

Unter dem Markennamen JENCOLOR bietet Jenoptik Farbsensormodule für die Integration in optischen Systemen an, die auf kundenspezifische Messaufgaben und Lösungen zugeschnitten werden. Eine deutliche Geschäftsausweitung in diesem Bereich soll 2008 im Zuge des erworbenen Technologie-Know-hows der EPIGAP Optoelektronik GmbH erfolgen.

Fortsetzen wird 2008 der Geschäftsbereich polymerbasierte Optiken/optoelektronische Systeme das Programm zur Verbesserung der operativen Exzellenz. Nach der grundlegenden Analyse aller Prozesse im Unternehmen folgen 2008 die Optimierungen der Schnittstellen zwischen den Abteilungen und Bereichen. Der Geschäftsbereich sieht hierin einen entscheidenden Stellhebel zur Verbesserung der finanziellen operativen Ergebnisse. Neben der Verringerung der Angebotsdurchlaufzeiten stehen in einem zweiten Schritt die Ausschuss- und Reklamationsraten im Vordergrund. Eine Selbstwerkerprüfung und eine Messinsel direkt in der Fertigung sollen 2008 eingeführt werden. Begleitet und getragen wird das Programm zur operativen Exzellenz von allen Mitarbeitern, die sowohl in die Analyse als auch in die Umsetzung eng eingebunden sind.

In den Sparten Industrielle Messtechnik und Verkehrssicherheit lag der Schwerpunkt 2007 auf der Weiterentwicklung vorhandener Produkte. Mit einer Vielzahl an Produkteinführungen wartete die Industrielle Messtechnik auf, die ab 2008 zum Geschäftserfolg beitragen sollen. Dazu gehören der HOMMEL nanoscan und roundscan für die Rauheits- und Formmessung, ein neues Maschinenkonzept für die Vermessung von Kurbel- und Nockenwellen und das automatisierte Messen von kleineren Werkstücken im Bereich der optischen Messtechnologie sowie ein neuer pneumatischer Messdorn für eine schnelle und präzise Messung von Rundheit, Rundlauf und Konzentrizität am Ventilsitz eines Zylinderkopfes.

Die Optimierung der Geschäftsprozesse soll in der Sparte Industrielle Messtechnik weitergeführt werden. Das Projekt "quattro S", das 2007 am Hauptstandort Villingen-Schwenningen umgesetzt wurde, soll 2008 und 2009 schrittweise auf alle Standorte weltweit ausgedehnt werden.

In der Verkehrssicherheitstechnik steht der Ausbau des neuen Geschäftsfeldes Service Providing weiterhin im Mittelpunkt. Hier werden 2008 die ersten Umsätze im einstelligen Millionen-Euro-Bereich aus dem Großauftrag von Anfang 2007 in Nordamerika erwartet, da die Anlagen seit Herbst 2007 schrittweise in Betrieb genommen werden. Im Equipment-Geschäft, der Ausrüstung und Installation von Verkehrsüberwachungsanlagen ohne das anschließende Betreiben, werden wieder mehr Aufträge aus dem Ausland erwartet.

Die Sparte Verteidigung & zivile Systeme fokussiert im Jahr 2008 besonders auf das Zusammenwachsen und Konstellieren der neu hinzu gekommenden Jenaer Gesellschaften und Teilbereiche Jena-Optronik, Laser- und Infrarot-Sensortechniken sowie der Hillos. Da bereits heute zum Teil gleiche Kunden bedient werden und im Produktportfolio ergänzende Technologien vorhanden sind, wird es darauf ankommen, den Mehrwert zu definieren, der durch Gemeinsamkeit zielstrebig erreichbar ist. Im Fertigungsbereich liegt der Schwerpunkt in 2008 insbesondere auf dem Hochlaufen der Liftsysteme-Produktion, Komponenten und Subsysteme für den Airbus A380. Das Erreichen des Serienproduktions-Niveaus ist für das Jahr 2009 geplant.

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