Unsere Kernkompetenzen in den Bereichen Laser & Optik, Optoelektronik und Mechatronik und ein klares Selbstverständnis sind defi niert. Jenoptik zählt bereits heute technologisch in bestimmten Märkten zu den führenden Anbietern weltweit. Unser Ziel ist es aber nicht mehr, Technologien zu bedienen, sondern Kundenwünsche optimal zu erfüllen. Für einen echten und nachhaltigen Erfolgkurs ist es notwendig, unsere Geschäftsprozesse konsequenter an den Kundenbedürfnissen auszurichten und dabei die Vorteile eines Konzerns besser als bisher zu nutzen.
Aus diesem Grund wechselten wir 2007 von kleinteiligen Legal-Entity-Strukturen aus einer Finanzholding heraus in ein strategisch geführtes Unternehmen. Dies war nach dem Verkauf von M+W Zander und der Fokussierung auf das technologische Kerngeschäft unumgänglich. Seit dem 1. Januar 2008 haben wir eine straffere und klare Organisations- und Führungsstruktur, die es erlaubt, unsere strategischen Ziele umzusetzen. Die JENOPTIK AG nimmt dabei als strategischer Architekt heute eine aktivere Rolle als zuvor ein. Konkret erfolgt dies durch das Fördern von Synergien, die Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit durch konzernweite Initiativen zur operativen Exzellenz und den Ausbau der globalen Markenpräsenz.
Mit den strukturellen Veränderungen ging 2007 auch die vollständige Privatisierung der Jenoptik einher. Der Freistaat Thüringen hat seine Anteile an die österreichische ECE Industriebeteiligungen GmbH, Wien, verkauft. Der neue Investor, zugleich größter Einzelaktionär der JENOPTIK AG, trägt unsere strategische Neuausrichtung über ein mittel- bis langfristiges Engagement mit. Dies bestärkt uns, und den grundlegenden Veränderungsprozess verfolgen wir mit einem hohen Tempo.
Jenoptik erzielte 2007 mit 521,7 Millionen Euro ein 7,5-prozentiges Umsatzplus. Dass das Konzern-Betriebsergebnis mit 35,3 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert blieb, hatte zwei wesentliche Gründe: Erstens hatte unsere umfassende Analyse aller wichtigen Geschäfte sowie der Entwicklungsthemen im gesamten Konzern Konsequenzen für das Ergebnis. Diese konnten wir jedoch mit positiven Ergebnisbeiträgen aus der Veräußerung nicht strategischer Beteiligungen weitgehend, aber nicht vollständig kompensieren. Zweitens gab es infolge eines schwierigen internationalen Marktumfeldes kaum Großaufträge in der Sparte Verkehrssicherheit. Das führte zu einem Ergebnisrückgang, den eine sehr gute Entwicklung des Laser & Optik-Geschäftes jedoch fast ausgleichen konnte.
Bei unserer Analyse des Konzernportfolios haben wir im Gegensatz zu vorausgegangenen Einschätzungen erkannt, dass es unter strikter Beachtung unserer langfristigen Ziele für einige Themen nicht sinnvoll ist, diese unter dem Dach der Jenoptik weiterzuführen. Daraus resultierte 2007 zwar teilweise ein höherer Wertberichtigungsbedarf. Für die Zukunft schafft die klare Fokussierung auf unsere 5 Sparten jedoch Raum, uns managementseitig und auch finanziell mit Nachdruck auf die von uns in einem umfassenden Strategieprozess herausgearbeiteten Wachstumsprojekte zu konzentrieren.
Für die Weiterentwicklung des Konzerns legten wir 2007 auch mit einer neuen Finanzierungskultur und -struktur die Grundlage. Besonders wichtig war die signifikante Steigerung des Cashflows, was uns 2007 im Gegensatz zu den Vorjahren erlaubte, alle laufenden Zinsaufwendungen und Investitionen ohne zusätzliche Kreditaufnahme zu finanzieren. Trotz zweier Akquisitionen weisen wir daher auch eine geringere Nettoverschuldung aus. Mit der erfolgten Ablösung der Hochzinsanleihe zahlten wir 2007 letztmalig die hohen Anleihezinsen und mussten zudem eine einmalige Vorfälligkeitsentschädigung verarbeiten, die wir über Einsparungen im künftigen Zinsergebnis jedoch mehr als wettmachen werden. Aus diesem Grund erwarten wir nach dem Jahresfehlbetrag 2007, den wir wegen des einmaligen nicht liquiditätswirksamen Effektes aus der deutschen Steuerreform ausweisen mussten, für die Folgejahre wieder ein deutlich positives Jahresergebnis, das dann in ausgewogener Relation zu unseren operativen Erfolgen stehen wird.
Die strategische Neuausrichtung werden wir mit dem teilweise neuen Management-Team konsequent fortsetzen und nun verstärkt in die Sparten und das operative Geschäft hineintragen. Wir sind überzeugt, dass Jenoptik die eingangs genannten Herausforderungen meistern und aus dem grundlegenden Prozess der Neuausrichtung deutlich gestärkt heraustreten wird - mit positiven Effekten auf die Kapitalmarktperformance, die Sie als Aktionäre von uns erwarten. Wir sind mit mehreren Großaufträgen gut ins laufende Geschäftsjahr gestartet und die neue Organisationsstruktur zeigt bereits Verbesserungen in der Zusammenarbeit. Unsere Kunden verstehen unsere Strukturen nun besser und schenken uns verstärkt ihr Vertrauen, wie wir das an den starken letzten vier Monaten bereits sehen.
In der Zukunft können Sie von Ihrem Jenoptik-Konzern eine hohe wirtschaftliche Performance durch technologiebasierte Markt-führerschaft mit maximalem Fokus auf den Kundennutzen und einem globalen Fußabdruck erwarten. Daran arbeiten wir, das gesamte Managementteam und alle Mitarbeiter des Jenoptik-Konzerns mit Nachdruck.
Dr. Michael Mertin Frank Einhellinger
Vorsitzender des Vorstandes Vorstand Finanzen